Zum Hauptinhalt springen

Oper als Happening

Oper nur für Eliten? Nicht am Samstagabend. 14'000 Menschen lockte die Live-Übertragung auf dem Sechseläutenplatz an.

Die ersten kommen schon Stunden vor der Vorstellung, kaufen die blauen Campingstühle mit dem Aufdruck «Oper für alle» und beziehen die besten Plätze. An diesem Samstag ist die Oper für einmal ein Spektakel für die Massen, und es fühlt sich fast an wie Ferien. Die Leute bringen Decken und Kissen mit, einer schleppt einen ganzen Sitzsack an, andere packen Picknick aus.

Zum fünften Mal überträgt das Opernhaus an diesem Samstag eine Vorstellung live auf Grossleinwand, und spricht damit Zürcherinnen und Zürcher, aber auch Touristen und Besucher offensichtlich an. Um 20 Uhr ist kaum ein Quadratzentimeter Quarzit mehr frei. Gemäss Angaben des Opernhauses sind 14'000 Menschen gekommen; weitere 2500 sehen sich die Live-Übertragung in Lugano an.

Zum ersten Mal mit Übersetzung

Erstmals wendet sich das Opernhaus heuer auch an seh- und hörbehinderte Menschen. Für beide stehen Übersetzungen zur Verfügung: Sehbehinderte erhalten über Kopfhörer live erzählt, was auf der Bühne geschieht. Für Hörbehinderte übersetzt eine Gebärdendolmetscherin in einem eigenen, abgetrennten Sektor des Platzes Musik und Text in Gebärden.

Gespielt wird die Operette «Das Land des Lächelns» von Franz Lehár. Ein Stück, das eine erstaunliche Aktualität besitzt, handelt es doch von den Schwierigkeiten, von einer Kultur in eine ganz andere, fremde umzuziehen. Das «Land des Lächelns» ist China, dorthin reist eine junge Frau ihrer grossen Liebe nach – und muss schmerzvoll erfahren, dass das Lächeln nur Maske ist. Am Ende kehrt sie traurig heim.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch