Pädophiler Nachhilfelehrer wird nachträglich verwahrt

Weil er sich im Gefängnis jeder Therapie verweigerte, kommt ein 59-jähriger Schweizer nicht mehr frei.

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Im August 2011 kassierte er eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren, wovon er über 700 Tage bereits abgesessen hatte. Der Vollzug der Strafe wurde zugunsten einer stationären Therapie aufgeschoben. Jetzt, fast acht Jahre später, hat das Bezirksgericht Zürich den Mann nachträglich verwahrt. Das teilte das Gericht heute mit. In Freiheit war der Mann seit dem Urteil nicht mehr gewesen.

Anlass für die Strafe war der Missbrauch eines 15-Jährigen. Der Mann hatte damals als Nachhilfelehrer gearbeitet, seine Schüler besuchten ihn jeweils in seiner Wohnung. Den Teenager lockte der Mann mit einem Kartenspiel in die Falle: Verlor der Mann das Spiel, erhielt der Junge Geld. Verlor der Junge, durfte der Mann ihn ans Bett fesseln. Dabei verging er sich an ihm.

Schon damals, 2011, sah das Gericht das Rückfallrisiko als hoch an. Der Mann leidet gemäss Gutachten an einer homosexuellen Pädophilie und einer sexuell sadistischen Störung. Doch einer Behandlung verweigerte er sich im Gefängnis beharrlich. Zeitweise schreckte er auch vor einem Hungerstreik nicht zurück. Schliesslich zog das Amt für Justizvollzug die Konsequenzen, es beantragte eine nachträgliche Verwahrung. Der Mann seinerseits verlangte die Freilassung.

«Habe es nicht getan»

Vor Gericht sagte der Mann Ende Januar, seine Neigung habe er seit einer ersten einschlägigen Verurteilung im Jahr 2001 unter Kontrolle. Zum Vorfall, der zur zweiten Verurteilung führte, könne er nichts sagen, er sei unschuldig: «Ich habe es nicht getan, also kann ich nicht darüber reden.» Sein Verteidiger hielt eine Verwahrung für unverhältnismässig: «Die Anlasstat war geringfügig. Dennoch wurden aus drei Jahren zehn, nun sollen es Jahrzehnte werden.»

Die Staatsanwältin verwies auf die ungünstige Prognose und darauf, dass der Mann nicht bereit sei, sich mit seinen Delikten und seinen Störungen auseinanderzusetzen. Das Bezirksgericht folgte dieser Ansicht. Bereits 2001 seien Therapieversuche gescheitert und jetzt wieder. Es gebe keine leichtere Massnahme, die dem Sicherheitsbedürfnis der Öffentlichkeit Rechnung trage. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erstellt: 27.03.2019, 16:04 Uhr

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