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Patrick Angele SVP, FDP und BDP verhindern die Wahl des GSoA-Aktivisten zum höchsten Dübendorfer. Von Walter von Arburg

Armeegegner in Dübendorf abgeschossen

Nein, Patrick Angele, einen Aktivisten der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), als Gemeinderatspräsidenten Dübendorfs, das konnten und wollten sich die bürgerlichen Mitglieder des Stadtparlaments nicht vorstellen. Dübendorf mit seiner Kaserne und seinem ausgemusterten Militärflugplatz könne von so einem nicht vertreten werden. Und so schmiedeten sie vor der Wahl am Montag Pläne, den unliebsamen ersten Vizepräsidenten vom prestigeträchtigen Hochsitz fernzuhalten.

«Mit einem Armeeabschaffer als Aushängeschild würde unsere Stadt zur Lachnummer der Nation», malte SVP-Frontmann und Kantonsrat Orlando Wyss den Teufel an die Wand. SVP, FDP und die sonst auf Distanz zur SVP bedachte BDP hielten zusammen wie Pech und Schwefel und hievten ihren Sprengkandidaten, den bisherigen zweiten Vize, Patric Crivelli (SVP), ins Präsidium. Der Coup war perfekt. Sehr zur Erleichterung der Bürgerlichen. Das Schreckgespenst eines armeefeindlichen Dübendorfer Sprachrohrs ist verscheucht. Oder auch nicht.

Der vermeintlich in den Senkel gestellte Angele ist trotz seiner erst 23 Jahre kein politischer Nobody. Er versteht das politische Spiel bereits erstaunlich gut und weiss, wie man Aufmerksamkeit erheischt und seine Anliegen und sich selbst medienwirksam inszeniert. Statt nach der Niederlage zu schmollen, zeigte er sich als gefasster Verlierer. Er und seine Partei wollten Sachpolitik betreiben und sich nicht auf das peinliche Niveau der SVP herablassen, parierte er die erlittene Schmach. Der junge Dübendorfer mit dem ausgeprägten politischen Instinkt zog damit viele Lacher auf seine Seite. Die Lachnummer sollen andere abgeben.

Aufgewachsen ist Patrick Angele in einer, wie er sagt, apolitischen Dübendorfer Familie. Eine Generation früher spielte die Politik bei den Angeles freilich eine zentrale Rolle. Sein Grossvater Rudolf Angele gehörte in den 50er-Jahren zu den Gründern der Dübendorfer FDP. Der Sekundarlehrer war nebenher Lokalkorrespondent der NZZ. «Leider habe ich meinen Grossvater nicht mehr erlebt», sagt der Jungpolitiker, um schmunzelnd anzufügen: «Wir hätten bestimmt sehr anregende politische Gespräche führen können.»

Seit zehn Jahren engagiert sich Angele gegen die Armee, die Schweizer Waffenexporte und die Macht der Banken. In ihnen sieht der Idealist zentrale Elemente für den Unfrieden in der Welt. Im Kampf dagegen sieht er seine Mission. Seit 2006 ist der gelernte Masseur mit einem 30-Prozent-Pensum politischer Sekretär der GSoA. Oft steht er als Aktivist an vorderster Front. Im Januar stellte ihn die SP Schweiz zudem als Co-Verantwortlichen für ihre Cleantech-Initiative an.

Freizeit kennt Angele kaum. Obschon er in Dübendorf wohnt, ist er vornehmlich in Zürich und Bern anzutreffen. In Dübendorf widmet er sich seiner Parlamentstätigkeit. Und da gibt er Gas. 2006 wurde er in den Gemeinderat gewählt. Seither hat er Postulate, Motionen, Anfragen und Interpellationen im Akkord eingereicht. Kaum eine politische Aktion findet ohne ihn statt. Er packe Unliebsames und heisse Eisen endlich an, applaudieren Weggefährten. Er lege zwecks persönlicher Profilierung die Verwaltung lahm, ärgern sich politische Gegner. Solche hat sich Angele mit seiner direkten Art, seinem Sendungsbewusstsein sowie seinem geschliffenen Mundwerk bereits einige geschaffen. Es stört ihn nicht wirklich.

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