Zum Hauptinhalt springen

Pfingstrosen sind heuer Osterrosen

Gefüllt, nicht gefüllt, krautig oder holzig zeigt sich die Pfingstrose. 250 Exemplare der robusten Gartenpflanze kann man an der Zürcher Hochschule Wädenswil bestaunen. Wegen des warmen Frühlings stehen viele Sorten bereits in Hochblüte.

Von Gaby Schneider Wädenswil – Sie tragen so fantasievolle Namen wie «Montezuma» oder «Arctic Moon» (arktischer Mond), die Pfingstrosen, lateinisch Päonien, benannt nach dem griechischen Götterarzt Paian. Ursprünglich stammen sie aus China. Legenden berichten, dass die Pfingstrose von Mönchen nach Europa gebracht wurde. Ihr Farbspektrum reicht von Weiss, Rosa, Rot, Gelb, Orange, Kupfer bis zu tiefstem Dunkelrot. Pfingstrosen fanden sich traditionell in Bauerngärten, vermutlich wegen ihrer heilenden Wirkung für Atemwege oder zahnende Kinder. Etwa 250 Züchtungen kann man im Pfingstrosengarten im Campus Grüental der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil bewundern. Obwohl Pfingsten noch entfernt ist, blühen schon viele Exemplare. Landschaftsarchitektin Friederike Kasten, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kuratoriums Naturwissen, die jährlich etwa 30-mal Gruppen durch den wunderschönen Pfingstrosengarten führt, sagt lachend, man könnte sie auch Osterrosen nennen. «Wir haben letztes Jahr einen Blühkalender geführt. Da begann die erste Blüte am 20. April. Dieses Jahr war schon am 9. April die erste Blüte offen.» Das sehr warme Frühjahr erkläre die frühe Blüte. Ein Pfingstrosenzüchter in Deutschland habe das Phänomen ebenfalls festgestellt, dass zu Ostern erste Pfingstrosen blühten. Wild wachsende im Tessin Seit Mitte der Neunzigerjahre existiert der Pfingstrosengarten Auf 600 Quadratmetern sind die Strauchpflanzen gruppiert. Es gibt krautige sowie holzige Pfingstrosenbüsche. Nach ihrer Herkunft sind die Züchtungen im Garten gruppiert. Daneben zeigt man auch Exemplare, die von gartenbaulichen Vereinigungen preisgekrönt wurden. Im Areal China/Japan finden sich Züchtungen aus dem Fernen Osten, in «Konkurrenz» zu Kreationen aus den USA und Europa. Ein eigenes Beet haben die wild wachsenden Pfingstrosen, die im Tessin noch ebenso heimisch sind wie in Südosteuropa oder im Kaukasus. Eine Reihe von wild wachsenden Arten aus Europa und Asien besitzt der Garten bereits, einige fehlen noch. Eine weitere Gruppe ist den Itoh-Päonien gewidmet. Der Name stammt vom Züchter Itoh. Er hat holzige mit krautigen Pfingstrosen gekreuzt. Die Blüte seiner Züchtungen erlebte er nicht mehr. Die Itoh-Päonien sind weniger krankheitsanfällig als herkömmliche Pfingstrosen. Neuzugänge gab es dieses Jahr im Pfingstrosengarten keine, denn Züchter würden einige Zeit brauchen, bis ihre Pflanze genug «stabil» sei, sagt Friederike Kasten. Der Garten bezieht Exemplare von verschiedenen Züchtern aus Deutschland und verkauft auch Exemplare. Pfingstrosengarten, Campus Grüntal, Wädenswil: frei zugänglich. Führungen: 6. Juni, ab 17 Uhr. Gruppenführung nach Vereinbarung. Am Wochenende führen Studenten der ZHAW Wädenswil. www.exterior.ch. Die papierige Pfingstrose «Gauguin». Die leuchtende «Montezuma». Kuratorin Friederike Kasten mit «Renkaku» aus Japan. Die preisgekrönte «Elsa sass» ist spät blühend. Fotos: Sabine Rock 20 000 Besucher locken die raren Exemplare des Pfingstrosengartens der Zürcher Hochschule in Wädenswil jährlich an.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch