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poppiger schamane

Der Gewinner des diesjährigen Manor-Kunstpreises zeigt neue Arbeiten in Winterthur.

von Gabrielle Schaad Foto?/?Installation Wer sich der Sogwirkung kontrastreicher Schwarzweissmuster hingeben will, sollte sich jetzt ins Kunstmuseum Winterthur begeben: Dort hat Fabian Marti (geb. 1979), Träger des Manor-Kunstpreises Kanton Zürich 2011, einen sinnlich-hypnotischen Erfahrungsparcours installiert. Grosse, digital entworfene Fotogramme von sich überlagernden Lochmustern und Hypnose-Spiralen leiten über zu einem abgedunkelten Kabinett. Darin ergiesst sich ein stroboskopisches Lichtgewitter über eine tankähnliche Skulptur. Aus grün-gelben MDF-Platten gezimmert, greift das Objekt die Rahmung der Fotoprints im Nebenraum auf. Auf den ersten Blick erscheint die Ausstellung als Hommage an Fotopioniere wie László Moholy-Nagy. Indem sich Marti aber auch an Figuren wie dem Bewusstseinsforscher John C. Lilly orientiert, erweist sich der gebürtige Freiburger zudem als aufmerksamer Beobachter der aktuellen Lifestyle-Kultur. Lilly erfand den Entspannungswassertank zwecks Erlangung kosmischer Licht-Orgasmen; heute wird der Tank gezielt in der Wellness-Industrie vermarktet.Dennoch ist Marti das Streben nach Bewusstseinserweiterung ein ernstes künstlerisches Anliegen. In der Ausstellung recken weiss glasierte Oktopus-Figuren ihre Fangarme aus kubischen Deckelbehältnissen. Der Krake als Sinnbild der Lernfähigkeit ist bezeichnend für die gesamte Ausstellung: Als zeitgenössischer Schamane überführt uns Fabian Marti in die Parallelwelt des «Hyperspace». Dabei verschränkt er Mediengeschichte und Pop-Kultur bis hin zu Stanley Kubricks «Space Odyssey» mit bewusstseinserweiternden Techniken und der mythisch konnotierten Wirksamkeit des Lichts. Na, wirkt die Hypnose schon? – Werk von Fabian Marti. Bis 17.7. Di 10–20 Uhr, Mi–So 10–17 Uhr Karfreitag geschlossen, Ostersonntag/Ostermontag 10–17 Uhr Bilder: Gunnar Meier/Fabian Marti/Kunstmuseum Winterthur/zvg, Vögele Kulturzentrum/zvg

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