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Preis für die dümmsten Aktionen in Dielsdorf

Gemäss Wirt Rolf Buchmann hat sich die Gemeinde bei der Sanierung der Kronenstrasse doof angestellt. Deshalb will er den Verantwortlichen ehren.

Von Fabian Boller Dielsdorf &endash Rolf Buchmann ist Wirt in der Dielsdorfer Krone und bekommt so manches mit, was sich in der Gemeinde abspielt. Auch preisverdächtige Dummheiten. Nun will er den grössten Narren des Dorfs mit einer Auszeichnung ehren. «Der goldene Dolendeckel» dieses Jahres soll heute, am 11. 11. 2011, um 11.11 Uhr zum ersten Mal an den Preisträger überreicht werden. Laut Buchmann hat sich dieser den Preis wahrlich verdient. In den vergangenen Monaten wurde die Kronenstrasse neben seiner Beiz saniert. Dabei wurde das Trottoir an einer Stelle auf etwa drei Meter Länge absichtlich um circa einen halben Meter ins Strasseninnere versetzt. «Zur Verkehrsberuhigung», wie Buchmann meint. «Doch als die Arbeiten ausgeführt waren und nur noch der letzte Belag fehlte, stellte der Gemeindearbeiter plötzlich fest, dass er mit dem Pfadschlitten an der neuen Schikane hängen bleiben könnte», sagt der Kronen-Wirt. So wurde das Trottoir zurückversetzt. Was das den Steuerzahler wohl gekostet habe, fragt sich Buchmann. Dabei sitze im Gemeinderat doch ein Experte für Verkehrssicherheit der Kantonspolizei. Jährliche Wiederholung geplant Weil mit dem Trottoir immer gleich auch eine Dole mitversetzt werden musste, will er dem «Schuldigen» nun einen goldenen Dolendeckel widmen. Wer der Übeltäter ist, will er noch nicht verraten. Nur so viel: «Ich habe dem Gemeinderat vorgeschlagen, die Kronenstrasse in «U.M.-ing-Allee» umzubenennen &endash in Anlehnung an den verantwortlichen Bauingenieur. Dielsdorfs Bausekretär Nando Nussbaumer bestätigt, dass man das Trottoir zuerst verbreitert und dann wieder zurückversetzt hat. Die Vergrösserung sei zunächst erfolgt, «damit der Komfort für die Fussgänger verbessert wird und zur Verkehrsberuhigung.» Um aber Velofahrer in diesem Bereich vor Stürzen zu schützen, habe man das Trottoir nachträglich begradigt. «Da der Deckbelag zu dieser Zeit noch nicht eingebaut war, führte dies zu keinen nennenswerten Mehrkosten. Die Sanierung wurde nicht verzögert», sagt Nussbaumer. Buchmann lässt sich seine närrische Idee aber nicht so leicht austreiben. So griff er zur Spraydose, färbte den erwähnten Dolendeckel goldig ein und tauft diesen heute um Punkt 11.11 Uhr mit Champagner. Von der Gemeinde hat er den Segen für seine närrische Aktion bereits erhalten. «Wir nehmen das mit Humor», sagt Nussbaumer. In der Bewilligung der Gemeinde steht dennoch, dass der Gemeinderat jegliche Verantwortung für mögliche Unfälle im Zusammenhang mit der Aktion ablehnt. Buchmann hofft, dass der Preisträger heute persönlich erscheint, um seine Auszeichnung entgegenzunehmen. Publikum ist ihm willkommen. Immerhin 26 Personen haben die Auszeichnung mitunterschrieben. Darunter ein ehemaliger Gemeindepräsident, wie Buchmann stolz festhält. «Meine Idee ist es, die Preisverleihung jedes Jahr zu wiederholen», sagt der Wirt. Die Dielsdorfer sollten sich also besser in acht nehmen. Rolf Buchmann hat eine närrische Preisvergabe ins Leben gerufen. Foto: Sibylle Meier

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