Zum Hauptinhalt springen

Premiere mit kleinen Abweichungen

Die Weihnachtsschau in Valentinas Variété in Hochfelden findet plangemäss statt. Fast plangemäss, denn die Künstlerin Valentina Pellanda geht nach einem Unfall noch immer an Krücken.

Von Fahrettin Calislar Hochfelden – So kurz vor der Premiere ihrer Weihnachtsschau war das nun wirklich nicht nötig: Valentina Pellandas rechter Fuss ist geschient. Die wirblige Artistin humpelt auf Krücken über das Gelände ihres festen Zirkuslagers in Hochfelden. Einen dreifachen Bruch am Waden- und Schienbein hatten die Ärzte im Spital Bülach diagnostiziert. Die 56-Jährige kann nun während mehrerer Monate keine grossen Sprünge mehr machen. «So etwas passiert einem auch nie auf der Bühne, sondern neben der Vorstellung», sagt sie. In rund zwei Wochen startet die «1. Unterländer Weihnachtsstimmig» ihres Variétés. Trotz des Unfalls war die Show nie gefährdet, sagt Valentina Pellanda. Die Artistin werde sich aber ein wenig an die Situation anpassen. «Ich muss dabei sitzen, beispielsweise singe ich auf einem Barhocker. Wir können das ins Programm integrieren», gibt sie sich zuversichtlich. Möglich sei vieles. Wie zum Beweis balanciert Valentina Pellanda eine ihrer Krücken auf dem Kopf, als ob sie eine Requisite wäre. «Da fehlt dann einfach noch ein bisschen Strass zur Verzierung darauf», sagt sie schmunzelnd. Und sie habe gute Artisten engagiert. «Wir müssen deshalb kaum etwas am Ablauf ändern», ist Pellanda sicher. Der Clown macht halt auch noch den Zirkusdirektor. Erstmals überhaupt im Spital Der Unfall, der die Planung der Artistin ist wanken brachte, geschah am 3. Oktober. Es war der erste Unfall im Leben von Valentina Pellanda. Sie erinnert sich sogar noch an die Uhrzeit: Um 21.30 Uhr machte sie einen Rundgang, um die Tiere zu füttern. Die Artistin stieg gerade mit einem Kübel in der Hand die Treppe ihres Wohnwagens hinunter, als sie stolperte und ihr Fuss hängen blieb. «Dann machte es ‹krk›», erinnert sich Pellanda, und sie musste ins Spital gebracht werden. Am nächsten Tag wurde sie während zweier Stunden am Bein operiert. Die zweite Operation fand einige Tage später statt. Sie nahm gar über drei Stunden in Anspruch. Valentina sagt von sich, sie sei keine einfache Patientin gewesen. Eine Vollnarkose wollte sie nicht, also bekam sie alles mit: «Trotz lokaler Betäubung: Ich weiss jetzt, was Schmerzen sind.» Immer wieder erkundigte sie sich bei den Ärzten, wann der Eingriff denn nun beendet sei. Irgendwann erbarmte man sich ihrer, und sie schlief ein. Im Nachhinein erfuhr sie, dass der Chirurg gerade kürzlich ihre Show besucht hatte und wusste, wer da auf seinem Operationstisch lag. Die Tiere schauen genau hin Mit der Zeit gewöhnte sie sich an die absolute Bettruhe im Spital. Diese dauerte drei Wochen. Heute geht es Valentina Pellanda mal besser, mal schlechter. «Ich habe in dieser Zeit Geduld gelernt», sagt sie mit einem Augenzwinkern. Die Genesung braucht Zeit, ihr Fuss ist mit Metallplatten fixiert. Ihre Tiere haben natürlich gemerkt, dass mit ihr etwas nicht stimmt. So sei Seelöwe Cäsar seit ihrem Unfall sehr aufmerksam, schaue genau, was sie mache. Sein Partner Otto rufe immer wieder nach ihr. Ehemann René muss vermehrt Hand anlegen. Beispielsweise wenn es darum geht, die kleinen Lichter für den Himmel an der Zeltdecke anzubringen. Auf dass alles bereit ist, wenn Cäsar und Otto am Abend des 17. November die Bühne zur Premiere betreten. 1. Unterländer Wiehnachtsstimmig des Variété-Circus Valentina, vom 17. November bis 30. Dezember 2010. Jeweils ab 19 Uhr, mit 3-Gang-Menü, an der Bülacherstrasse 8 in Hochfelden, neben dem Sportzentrum Hirslen. Die Artistin Valentina Pellanda lernte im Bett des Krankenhauses Geduld. Foto: Nathalie Guinand

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch