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Private Mandate nicht mehr erlaubt

Seilbahnen Von Erwin Haas «Es wäre blauäugig, zu behaupten, die Versuchung existiere nicht», sagt der Seilbahnspezialist Reto Canale zur Gefahr, dass die Sicherheitskontrolleure den Kontrollierten menschlich zu nahe stehen und unter Freunden mal ein Auge zudrücken könnten. Gerade in Nischen wie der Seilbahnbranche, in denen die Fachleute dünn gesät sind, kennt man sich – vom Studium oder als ehemalige Berufskollegen bei einem Hersteller. Canale ist seit 2003 Direktor des Interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte (IKSS), das im Auftrag von 23 Kantonen rund 2500 Anlagen kontrolliert. Bewilligungsinstanzen und technische Aufsicht sind getrennt, und Canale verlangt volle Transparenz: «Die Unparteilichkeit ist für unsere Glaubwürdigkeit zentral.» Vor zehn Jahren habe es noch «eine gewisse Verknüpfung mit Ingenieurbüros» gegeben, sagt Canale. Mittlerweile sind den IKSS-Inspektoren Mandate auf privater Basis untersagt. Ihre Unabhängigkeit wird von einer Akkreditierungsstelle überprüft. Sie durchlaufen jährliche Audits und sind ihrerseits Revisoren und Kantonsvertretern Rechenschaft schuldig. Für die Aufsicht über Firmen, bei denen die Kontrolleure einmal angestellt waren, gibt es laut Canale Sperrfristen, «um zu verhindern, dass diese Kollegen inspizieren». Das Bundesamt für Verkehr (BAV) setzt bei der Kontrolle der Seilbahnen ebenfalls auf die klare Trennung der Prozesse. Baubewilligungen, Zulassungen, Konzessionsverlängerungen und Finanzierungsgesuche werden nicht von denselben Fachleuten bearbeitet, welche die Sicherheit überprüfen. Bei Audits sind laut Pressesprecherin Olivia Ebinger immer mindestens zwei Experten involviert. Es gelte generell das 4-Augen-Prinzip, «und Beratungsmandate sind absolut verboten». Eine Gondel der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg. Foto: Steffen Schmidt (Keystone)

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