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Problemhunde werden auf der Bühne zu Musicalstars

Das Hunde- und Pferdespektakel «Shikoba» lockte am Samstagabend 400 Tierfreunde in die Fehraltorfer Reithalle Barmatt. Die Schau war gewöhnungsbedürftig, aber nicht ohne Reiz.

Von James D. Walder Fehraltorf – Vierzig Minuten vor Showbeginn ist der Parkplatz vor der Halle in Fehraltorf schon fast voll. Die Aufkleber auf den Kombis lauten nicht «Baby on board», sondern «Poodle on board». Die meisten Leute in der staubigen Reithalle Barmatt kennen sich. Die Hündeler und ein paar wenige Reiterinnen sind an der vierten Auflage dieses Anlasses unter sich. Die Stimmung ist aufgeräumt, an den Festbänken wird noch etwas gegessen, und die Besucher schauen sich eine Diashow an: Hundetraining. Veranstalterin Monika Bodmer – sie ist so etwas wie der Hunde-Guru der Region – trifft die letzten Vorbereitungen für die Aufführung. Die Zuschauertribüne ist fast voll – und dann geht es los.20 Hunde mit ihren Frauchen und Herrchen sowie 4 Pferde samt Reiterinnen präsentieren das Musicalmärchen «Das Mädchen und der böse König». Es ist ein Genuss, wenn auch ein ziemlich gewöhnungsbedürftiger. Präsentiert wird da eine bunte Mischung aus Hundesport, Theater, Tanz und Musical. Man könnte auch sagen: tierische Kultur. Ein Rüde, der Herzen bricht Die Hunde, übrigens früher fast alles Problemfälle, lesen die Körpersprache der verkleideten Chefin oder des Chefs. Definierte Bewegungen stehen für vorgegebene Befehle. Auffallend ist, wie viel die Hundeführerinnen und -führer rennen müssen während der rund zweistündigen Show. Sie sind praktisch gleich viel unterwegs wie die Tiere – die menschlichen Darstellern geraten auf der Bühne bald einmal ins Schwitzen. Ein paar Szenen sorgen denn auch für Gelächter im Publikum, denn nicht immer gehorchen die Vierbeiner. Und ein putziger kleiner Jack-Russell-Mischlingsrüde entlockt fast überall ein herzhaftes «Jöööh». Hunde machen Pferde nervös Sonst sind vor allem Malinois (Belgische Schäferhunde) im Einsatz. Aber auch ein Rottweiler und ein Golden Retriever sind auszumachen. Während anfangs esoterische Klänge, zum Beispiel von der irischen Sängerin Enya, für viel Dramatik sorgen, wird es im Verlauf des Musicals immer mitreissender. Einige Frauen zeigen sich bei einer Szene mit Hip-Hop-Musik als sehr ausdrucksstarke Tänzerinnen. Heikel ist es, wenn die Pferde kommen. Diese sind ein wenig nervös ob all der aufgedrehten Hunde, des Applaus, der lauten Musik und der Live-Steel-Band-Klänge von Jambalaya. Prompt wird eine Reiterin abgeworfen. Diese nimmt es aber lächelnd hin und zeigt Mut, als sie gleich weitermacht – ganz nach dem Motto «The show must go on». Rasante und graziöse Ritte werten das Musical zweifellos auf.Dass für das Stück viel Aufwand betrieben worden ist, beweisen die Kostüme. Während die Hunde und die Pferde einfach haarig bleiben dürfen, werfen sich die Menschen in immer wieder neue Gewänder. Teufel, König, Indianer en masse, Vogel, Katze oder Wolf treten auf. Man zieht sich sehr oft um. Um 21.45 Uhr sind Tier und Mensch ausgepowert. Publikum fachsimpelt Monika Bodmer, die dem Märchen als Erzählerin im Off ihren Stempel aufgedrückt hat, bedankt sich herzlich für das Interesse. Das Publikum ist begeistert und klatscht frenetisch. Im Anschluss wird in der Festbeiz mit den Musicalstars selber noch über Hundeschulen und -training gefachsimpelt. Ein seltenes Bild auf einer Bühne: Menschen und Hunde treten gemeinsam in einem Musical auf. Foto: James D. Walder

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