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Reaktionen zum Regierungsratsentscheid

Freude bei Ruedi Noser, Ärger bei Militärfreunden

Dübendorf - Zufrieden mit den regierungsrätlichen Zukunftsplänen ist FDP-Nationalrat Ruedi Noser. «Ich bin stolz auf die Regierung», sagt der Promotor eines nationalen Innovationsparks. «Sie hat einen zukunftsgerichteten Entscheid gefällt.» Nosers Freude wird auch nicht durch die Tatsache getrübt, dass dereinst ein anderes Projekt wie der Neubau des Universitätsspitals «seinem» Innovationspark vorgezogen werden könnte. «Wichtig ist, dass die richtigen Betriebe um einen solchen Kern herum angesiedelt werden.» Wie man das mache, zeige Lausanne mit seinem neuen ETH-Gelände.

Erfreut ist auch der Dübendorfer SP-Kantonsrat Peter Anderegg. «Die Weichen sind richtig gestellt», sagt er stellvertretend für die parlamentarische Gruppe «Innovationszentrum Glattal», der auch der Dübendorfer GLP-Kantonsrat Thomas Maier sowie Jean-Luc Cornaz (FDP, Winkel) angehören. Der Regierungsrat anerkenne damit die Wichtigkeit des Wirtschaftsstandorts Zürich und damit auch der Schweiz. «Wir erwarten nun vom Bundesrat, dass er seine ursprüngliche Absicht bekräftigt, den Flugplatz Dübendorf aufzugeben.»

«Die Anliegergemeinden begrüssen den Entscheid grundsätzlich», sagt Dübendorfs Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP). Werde er umgesetzt, könne das «Wachstum der Region Glattal gezielt und strukturiert» weitergeführt werden. Mit der Verlängerung der Glattalbahn werde das Gebiet auch vorbildlich mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Enttäuscht ist Peter Bosshard. «Der Regierungsrat ist da vorgeprescht und hat seine eigenen Bedenken in den Wind geschlagen», ärgert sich der Präsident des Forums Flugplatz Dübendorf. Bosshard erinnert an die regierungsrätliche Stellungnahme vom 26. Januar 2005 an den damaligen VBS-Chef. Darin hatte sich die Zürcher Regierung für eine effiziente Versorgung der Ostschweizer Kantone im Katastrophen- und Krisenfall ausgesprochen, die nur mit einem nahen Militärflugplatz sichergestellt werden könne. «Es gibt auch keinen Grund für die Eile», findet er. «Der Regierungsrat will das letzte Kleinod in einer völlig verbauten Gegend dem Mammon zuliebe zupflastern. Damit nimmt er künftigen Generationen Handlungsspielraum.»

Unzufrieden mit der Entwicklung ist auch der Dübendorfer SVP-Kantonsrat Orlando Wyss. «Der Regierungsrat tut so, als ob er entscheiden könne. Dabei hängt alles vom VBS in Bern ab», schüttelt er den Kopf. Befremdet habe ihn die Aussage des Dübendorfer Stadtpräsidenten. «Wenn Lothar Ziörjen behauptet, die Standortgemeinden begrüssten den Entscheid, dann lehnt er sich sehr weit aus dem Fenster.» Es gebe in der Region starke Kräfte, die die weitere aviatische Nutzung des Areals befürworteten. «Für innovative Firmen brauchen wir dieses Gelände nicht, es gibt genügend Platz für sie in der Region.» (arb)

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