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Rechnungsprüfer lehnen Erlen-Kredit ab

Die Kosten für die Sanierung der Sportanlage in Dielsdorf sind zu hoch, sagen die Rechnungsprüfer der drei Trägergemeinden. Sie empfehlen, das 24-Millionen-Projekt an der Urne abzulehnen.

Dielsdorf/Niederhasli/Steinmaur. - Professionell und umfassend sei das Projekt für die Erneuerung und Aufwertung der Sportanlage Erlen erarbeitet worden. Und der Bedarf einer Sanierung sei ausgewiesen. Das sagen die Präsidenten der Rechnungsprüfungskommissionen (RPK) der Trägergemeinden Dielsdorf, Niederhasli und Steinmaur. In ihren Beschlüssen lehnen sie die Kreditanträge in Höhe von total fast 24 Millionen Franken jedoch ab. «Die Belastung für die Gemeindefinanzen ist schlicht zu hoch», erläuterte Philippe Bollmann, der Dielsdorfer RPK-Präsident, gestern an einer Medienkonferenz.

Mit bis zu 11 Steuerprozenten würden der Betrieb der Sportanlage und die Abschreibungen der Investitionen die Gemeinde Dielsdorf allein im ersten Jahr belasten. Heute verwende man dafür 4,4 Steuerprozente - bei einem aktuellen Wert eines Steuerprozents von 105 000 Franken. «Die Sanierung lässt sich zudem nur durch die Verkleinerung des Eigenkapitals finanzieren. Dieses sollte aber für wirtschaftlich schwierige Phasen erhalten werden», so Philippe Bollmann.

Die Finanzierungsberechnungen für die Gemeinden Niederhasli und Steinmaur sind mit jener von Dielsdorf vergleichbar, wobei die Gemeinden unterschiedliche Ausgangslagen haben. Allen gemeinsam ist, dass sie in Zukunft nebst der Erlen andere Projekte umsetzen müssen, die ebenfalls bezahlt sein wollen. Und dennoch: Jede Gemeinde könnte sich die Sanierung grundsätzlich leisten. Die Rechnungsprüfungskommissionen fragten jedoch bei ihrer Prüfung auch nach der Verhältnismässigkeit der Investitionen. So zahlt Niederhasli nach dem heutigen Verteilschlüssel - er berücksichtigt Steuerkraft und Bevölkerungszahl - 50 Prozent aller Kosten. «Eine Erhebung hat aber ergeben, dass nur 13,4 Prozent der Besucher aus Niederhasli stammen», so der Niederhasler RPK-Präsident Rolf Hostettler.

Bollmann, Hostettler und der Steinmaurer RPK-Präsident Bernhard Regli sagten gestern, dass sie die Schliessung der Erlen bedauern würden. Könne die Verteilung der Kosten nicht anders geregelt werden, sei dies jedoch die unausweichliche Konsequenz. Zusagen für Zuschüsse aus anderen Gemeinden wurden bisher nur vereinzelt gemacht. Und der Beitrag, der vom Kanton gesprochen werden dürfte - rund 2 Millionen Franken -, schmälere die Last auf den Schultern der Trägergemeinden nur wenig, so die RPK-Präsidenten. Alle drei Kommissionen haben die ablehnenden Entscheide einstimmig gefällt.

Gemeindepräsidenten kämpferisch

Die Gemeindepräsidenten von Steinmaur und Niederhasli relativierten auf Anfrage die Belastung der Gemeindefinanzen. Peter Kunz, Gemeindepräsident von Steinmaur: «Die Sanierungsarbeiten sind extra in zwei Etappen für die Jahre 2010/11 und 2014/15 aufgeteilt worden.» Und auch der Dielsdorfer Finanzvorstand Severin Huber beteuerte, dass die Arbeiten keine Steuerfusserhöhungen zur Folge haben werden.

Niederhasli kann den Steuerfuss ohnehin nicht weiter anheben, da die Gemeinde im Steuerkraftausgleich ist. «Wir haben die Ausgaben für die Sportanlage ausserdem bereits im Finanzplan berücksichtigt», sagte Gemeindepräsident Hansruedi Hug. Er amtet derzeit als Geschäftsleiter der Sportanlage Erlen. Er weiss, dass sie schätzungsweise in ein bis zwei Jahren geschlossen werden muss, wenn die elektrischen Installationen nicht erneuert werden. «Das wäre ein riesiger Verlust», sagte Hug: «Die RPK schaut nur die finanzielle Seite an. Die Gemeinderäte gehen darüber hinaus.» Die Erlen sei für den Freizeitsport von regionaler Bedeutung. Das belege auch die Erhebung der Wohngemeinden der Besucher.

Trotz der ablehnenden Haltung der Rechnungsprüfungskommissionen zeigten sich die Gemeindepräsidenten im Hinblick auf die Urnenabstimmung vom 29. November gestern kämpferisch. Hansruedi Hug: «Für die Bevölkerung sind nicht allein die Zahlen massgebend.»

Die Tage der Eisfläche in der Erlen könnten bald definitiv gezählt sein, wenn auch das Volk im November eine Sanierung der Dielsdorfer Sportanlage ablehnt.

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