Teenager gehen auf Sendung

Im Hombrechtiker Schulhaus Gmeindmatt produzieren Schüler zweimal pro Woche eine Radiosendung. Das Projekt fördert ihre Selbstständigkeit.

«Man informiert sich mehr über die Nachrichten und weiss immer, wie das Wetter wird»: Altin Alickaj, Selina Stifani, Luca Zaccarello und Hetem Ramadani (von links) bereiten sich auf ihre Radiosendung vor.

«Man informiert sich mehr über die Nachrichten und weiss immer, wie das Wetter wird»: Altin Alickaj, Selina Stifani, Luca Zaccarello und Hetem Ramadani (von links) bereiten sich auf ihre Radiosendung vor. Bild: Reto Schneider

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Vier Schüler starten die Computer und suchen auf der Videoplattform Youtube nach trendigen Songs. Was nach lockerer Freizeitbeschäftigung aussieht, ist Teil eines Schulprojekts. Das Mädchen und die drei Knaben bilden das Pausenradioteam. Ihr Studio ist mit diversen Mikrofonen, zwei Computern und einer Musikanlage ausgestattet. Über einen Lautsprecher wird ihre Sendung in der 10-Uhr-Pause auf dem Pausenplatz ausgestrahlt.

Im Schulhaus Gmeindmatt gestalten seit acht Jahren zwei Teams aus der Arbeitsgruppe Radio des Schülerpar-laments das Pausenradio Ten. Eine Gruppe von 13- bis 14-jährigen Oberstufenschülern produziert die Sendung am Donnerstag, die andere am Freitag. Die Qualität der Beiträge ist für Musiklehrer Markus Hertig, der das Radio vor acht Jahren ins Leben gerufen hat, nicht entscheidend. «Viel wichtiger ist mir, dass die Schüler dabei völlig autonom agieren können.» Zudem sei es ihm ein Anliegen, dass nicht nur Musik gespielt werde, sondern auch selber produzierte Nachrichten gesendet würden. Er hat das Projekt auch deshalb lanciert, «weil die Schüler so Musik und Sprache miteinander verbinden können».Hertig ist nicht nur von der Selbstständigkeit der Schüler beeindruckt, sondern auch von der Entwicklung der Technik. «Während die Schüler die Musik früher auf einem CD-Player abspielen mussten, können sie die Songs heute schnell und in guter Qualität übers Internet wiedergeben.» Auf dem Pausenplatz nimmt die Crew Interviews auf. Weil die Radiomacher diese mit einem Funkmikrofon führen, können sie die Gespräche live ausstrahlen. «Dass dies technisch möglich ist, finde ich unglaublich», sagt Hertig.

Kurze Recherche vor der Pause

Die 14-jährige Selina Stifani vom Donnerstag-Team macht beim Radio mit, weil ihr Bruder das bereits tat. «Er hat von dieser Erfahrung geschwärmt und gesagt, dass die Zeit beim Pausenradio sehr lustig gewesen sei.» Selina hat bisher von dieser Aufgabe viel profitieren können: «Man informiert sich mehr über die Nachrichten und weiss immer, wie das Wetter wird.»

Zur Vorbereitung der Sendung genügt dem Team jeweils eine kurze Recherche vor der grossen Pause. Einer überprüft die Box mit den Musik-wünschen, ein anderer stellt die Stärke der Lautsprecherbox angemessen ein. «Denn wegen der Lautstärke haben wir schon Reklamationen von Nachbarn erhalten», sagt Hertig. Heute müssen die Radiomacher allerdings erkennen, dass fast alle Wünsche bereits berücksichtigt worden sind. Deshalb suchen sie im Internet nach anderen Titeln. Sie bestimmen, dass heute das regnerische Wetter und das Resultat eines Fussballspiels als News vermeldet werden. Pünktlich um zehn ist die Crew bereit, auf Sendung zu gehen.Eröffnet wird die Sendung mit selber geschnittenen Jingles. Das Pausenradio Ten begrüsst die Schüler und wünscht ihnen viel Spass. Nach dem ersten Lied wird eine Schülerin zum Geburtstag beglückwünscht. Die Schüler auf dem Pausenplatz klatschen, und das Radio spielt ein kurzes «Happy Birthday» ein. Damit kein Geburtstag vergessen wird, hat die Radiocrew eine Liste mit den Geburtsdaten aller Schüler erfasst. Mitten im Megahit «Umbrella» von Rihanna, bei dem einige Knaben das Tanzbein schwingen, bringt das Radio seine News. Auch das Ende der Sendung wird mit Jingles eingeleitet. Dann fährt die Crew die Computer herunter und macht sich auf zur nächsten Schulstunde.

Erstellt: 06.06.2011, 22:55 Uhr

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