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100-Tonnen-Baum wird verpflanzt

Die 70-jährige Rotbuche von Schlieren, die der Limmattalbahn im Weg steht, ist gerettet. Sie kommt in einem einmaligen Kraftakt an einen neuen Ort.

Steht im Weg: Die Rotbuche von Schlieren. Bild: Google Street View
Steht im Weg: Die Rotbuche von Schlieren. Bild: Google Street View

Es ist eine Premiere: Noch nie sei in der Schweiz ein Baum dieser Grössenordnung versetzt worden, teilten die Stadt Schlieren, die Limmattalbahn und die BMB Group, die für die Operation zuständig ist, heute Donnerstag gemeinsam mit. Das Gewicht der Rotbuche wird auf 90 bis 100 Tonnen geschätzt. So viel Baum am Stück zu verpflanzen, kostet rund 160'000 Franken.

An ihrem jetzigen Standort kann die Buche nicht bleiben: Ihre Krone tangiert das städtische Flügeldach und die Fahrleitungen der neuen Limmattalbahn. Die Wurzeln ragen zudem ins Fundament der Haltestelle. Daher war klar: Der Baum weg muss. Die Anpassung der Pläne hätte zu grosse Auswirkungen auf die Limmattalbahn, den Umbau des Stadtplatzes und das Grosskreiselprojekt des Kantons gehabt. Die Konsequenzen wären Mehrkosten von über drei Millionen Franken gewesen und eine Terminverzögerung von bis zu einem Jahr.

Die Strasse macht es möglich

Aber ein Teil der Schlieremer Bevölkerung wehrte sich für die Rotbuche und reichte zu ihrer Rettung eine Petition mit rund 4700 Unterschriften ein. Ein Fachgutachten attestierte dem Baum gute Überlebenschancen bei einer Versetzung. Jetzt ist auch die Finanzierung geklärt: Die Kosten werden grösstenteils von der BMB Group und privaten Geldgebern übernommen, dazu kommen Beiträge von Schlieren und der Limmattalbahn AG. Deshalb zieht der Baum bald in den nahen Stadtpark um.

Die Verpflanzung soll Anfang Februar erfolgen. Dazu werden eine Grube gegraben und Stahlplatten unter die Wurzeln geschoben, die nur rund 40 Zentimeter tief reichen. Anschliessend wird der Baum inklusive Wurzelwerk und Erde von zwei Kranen auf einen Wagen gehoben und auf der Strasse in den Stadtpark transportiert. Die Strasse ist dabei das grosse Glück der Schlieremer: Auf lockerem Boden wäre der Umzug nicht möglich gewesen.

SDA/hub

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