14 Jahre Gefängnis für Mord am Nebenbuhler

Das Bezirksgericht Uster hat einen 57-jährigen Polen zu einer Freitheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt. Er hat den Nebenbuhler in Stäfa laut einer Augenzeugin «wie eine Sau abgeschlachtet».

Für das Bezirksgericht Uster war die Tat des 57-jährigen Polen ein klarer Mord.

Für das Bezirksgericht Uster war die Tat des 57-jährigen Polen ein klarer Mord. Bild: Stefan Hohler

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Die Bluttat am Bahnhof Stäfa vom 10. März 2012 war das Ende einer fatalen Dreiecksbeziehung, in deren Mittelpunkt eine heute 57-jährige Schweizerin aus Stäfa stand. Die Frau hatte das spätere Opfer in einem Swingerclub kennen gelernt und hatte mit dem 18 Jahre jüngeren Bautechniker während Jahren regelmässigen Sexualkontakt.

Als sie 2010 den Polen kennen lernte, sich in ihn verliebte und er bei ihr einzog, kam zu einer verhängnisvollen Dramatik. Am Prozess vor einer Woche sagten Verteidiger und Staatsanwalt, dass es dabei zu «Dreiern» gekommen sei, wobei laut Verteidiger die Frau die «Dompteuse» gewesen sei.

Am Abend des 10. März erfuhr der Pole, dass die Frau mit dem Bautechniker das Wochenende in einem Wellness-Hotel in der Ostschweiz verbringen wollte. Dabei flippte er aus und sei total geschockt gewesen. Er könne sich an die folgende Tat nicht mehr erinnern, er habe einen Filmriss gehabt, sagte der Beschuldigte.

Tat vor Passanten verübt

Passanten, die sich damals beim Bahnhof Stäfa aufhielten, mussten die Attacke wie in einem Horrorfilm miterleben. Der Pole stieg ins parkierte Auto des dort wartenden Bautechnikers ein und stach wie von Sinnen zu: 56 Verletzungen stellte der Rechtsmediziner fest. Eine Zeugin sagte später dem Staatsanwalt: «Wie eine Sau hat er ihn abgeschlachtet».

Für das Gericht war die Begründung des Beschuldigten, dass er einen Schock hatte, als er vom geplanten Wellness-Wochenende des Paares erfuhr, nicht nachvollziehbar. «Sie wussten seit Beginn der Beziehung, dass die Frau mit dem Opfer und anderen Männern sexuelle Kontakte hatte», sagte der Vorsitzende an der heutigen Urteilseröffnung. Der Pole könne vom Seitensprung nicht völlig überrascht gewesen sein.

«Er wollte die Frau allein.»

Der Beschuldigte habe die Tat aus krass egoistischen Motiven und völlig nichtigen Gründen verübt: «Er wollte die Frau allein.» Dass das Gericht nicht dem Strafmass des Staatsanwaltes folgte und «nur» 14 statt den 16,5 Jahren aussprach, begründete es mit der leicht- bis mittelschwer verminderten Schuldfähigkeit, dem Geständnis und dass der Mann sich nach der Bluttat widerstandslos verhaften liess. Zudem muss der mittellose Mann den Eltern des Bautechnikers je 40'000 Franken Genugtuung bezahlen. Der Verteidiger hatte wegen Totschlags im Affekt eine Strafe von drei Jahren verlangt.

Erstellt: 29.01.2014, 12:41 Uhr

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