180 Parlamentssitze sind zu holen – wer zittert, wer kämpft, wer hofft

Am 24. März entscheiden die Zürcher Stimmbürger, wer in den Kantonsrat einzieht. So sieht die Ausgangslage in allen 18 Wahlkreisen aus.

In der Fülle der Kandidaturen den Überblick zu bewahren, ist nicht einfach. Foto: Fabienne Andreoli

In der Fülle der Kandidaturen den Überblick zu bewahren, ist nicht einfach. Foto: Fabienne Andreoli

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Zürich 1+2 (5 Sitze)

Wer holt sich den fünften Sitz?

Der Wahlkreis Altstadt, Enge, Wollishofen, Leimbach steckt in einer komfortablen Situation. Ihm steht ein zusätzlicher, fünfter Sitz zu. Darum ist die grosse Frage, wer ihn holen wird. Da es kleine Parteien in einem kleinen Kreis schwer haben, sind die grossen die Favoriten. Am grössten ist die SP, die vor vier Jahren über 25 Prozent Wähleranteile holte. Mindestens so gross sind aber die Chancen der Grünliberalen, die wohl zulegen werden. Sie haben derzeit noch keinen Sitz, aber gegen 10 Prozent Wähleranteil. Von den gegenwärtigen Kantonsrätinnen und Kantonsräten kandidieren alle wieder: Ueli Bamert (SVP), Andrew Katumba (SP), Sonja Rueff-Frenkel (FDP) und Beat Bloch (Grüne/CSP). Sie dürften alle ein ruhiges Wahlwochenende haben. (sch)


Zürich 3+9 (12 Sitze)

SP und FDP bangen, vier Parteien greifen an

Hier haben SP und FDP 2015 nur mit Glück je einen Sitz erobert, die SVP und die Grünen mit Pech je einen verloren. Letztere wollen das dieses Jahr korrigieren, die SVP mit Gemeinderätin Elisabeth Liebi, die Grünen mit Vorstandsmitglied Jasmin Pokerschnig. Die SP hat eine starke Liste mit vier Bisherigen und zwei Gemeinderatsmitgliedern, Alan Sangines und Christine Seidler. Zudem wollen die AL mit Gewerkschaftssekretärin Melanie Berner und die GLP mit der städtischen Fraktionschefin Isabel Garcia einen zweiten Sitz holen. Bei der CVP hilft Ex-Parteipräsident Markus Hungerbühler, den einen Sitz zu halten. Die Partei der Arbeit versucht es mit Migrantenrechtlerin Nasrin Ulu. «Die Guten» treten nur in diesem Wahlkreis an. (pu)


Zürich 4+5 (5 Sitze)

Spannung um letzten Sitz im linksten Kreis

Aussersihl und Industriequartier bilden den Kreis, in dem die AL doppelt so viele Stimmen holt wie die SVP und Parteien rechts der GLP keinen Sitz im Kantonsrat haben. Bedroht ist ebendieser grünliberale Sitz von Cyrill von Planta, falls die SVP oder die FDP sich steigern sollten und die GLP gleichzeitig stagniert. Fest im Sattel sitzt die Doyenne des Kantonsparlaments: Die Grüne Gabi Petri, seit 1991 im Rat, tritt zum achten Mal an und wird von ihrem Partner, Gemeinderat Markus Knauss, unterstützt. Ebenso wenig Sorgen müssen sich Céline Widmer und Tobias Langen­egger (beide SP) machen, die Support von Juso-Promi Lewin Lempert erhalten. Auch der Sitz von AL-Fraktionspräsident Markus Bischoff ist sicher. (pu)


Zürich 6+10 (9 Sitze)

Die FDP greift den zweiten SVP-Sitz an

Vor vier Jahren legten die Freisinnigen hier um über 4 Prozent zu, was sich nicht in einen Sitzgewinn ummünzen liess. Sie lagen aber nur knapp hinter der SVP, die einen Sitz mehr hat. Nun greift die FDP mit Gemeinderat Sebastian Vogel die SVP an. Richter Bruno Amacker tritt nicht mehr an. Gemeinderat Christoph Marty soll diesen Sitz verteidigen. Die vorherrschende SP will ihren dritten Sitz mit Juso-Co-Präsident Nicola Siegrist verteidigen. Kaum um ihren einen Sitz zittern müssen Grüne, GLP und AL, bei der Filmer Samir und Urgestein Niklaus Scherr aushelfen. Die unbekannte Gruppierung Helvida tritt nur in diesem Kreis an. (pu)


Zürich 7+8 (6 Sitze)

Landmann auf dem Sprung in die Politik

Klingendster Name ist Valentin Landmann (69) als Spitzenkandidat der SVP. Er verdrängte die Bisherige Nina Fehr Düsel, die nun in ihrem neuen Wohnbezirk Meilen weit hinten auf der Liste gegen ihre Abwahl kämpft. Stärkste Partei war 2015 die FDP, die mit den Bisherigen Bettina Balmer und Marc Bourgeois antreten kann. Zweite Partei war die SP; sie kommt mit den Bisherigen Isabel Bartal und Eva-Maria Würth. Die Grünen als Nummer vier hinter der SVP ­haben Fraktionschefin Esther Guyer. Fünfte Kraft ist die GLP mit der neuen kantonalen Co-Präsidentin Corina Gredig. Die GLP verlor ihren Sitz 2015 nur knapp an die FDP. (rba)



Zürich 11+12 (12 Sitze)

Die CVP muss es ohne Silvia Steiner richten

In diesem Kreis dominieren SVP und SP mit je drei Sitzen, alle anderen Parteien sind quasi Beilage. Die SVP muss auf ihre beiden «alten Schlachtrösser» Hans­ueli (Zulu) Züllig und Hansruedi Bär verzichten. Hinter dem bisherigen Spitzenkandidaten Christian Mettler treten Bruno Wohler (66) und Gemeinderat Bernhard im Oberdorf (68) an. Interessant ist die Ausgangslage bei der SP. Der bisherige Spitzenmann Roland Munz hört auf. Dafür tritt die ­bekannte Bildungspolitikerin Monika Wicki statt in Hinwil in diesem Wahlkreis an. Auf den ersten beiden SP-Plätzen: Felix Hoesch und Birgit Tognella-­Geertsen. Die FDP hatte 2015 der SVP einen Sitz weggeschnappt und muss nun zwei verteidigen. Die beiden Bisherigen: Daniel Schwaab und Beat Habegger. Auf dem 3. Platz bringt sich Schulpräsidentin Vera Lang in Position, auf dem 7. ist Gemeinderat Severin Pflüger und auf dem 9. Roger Tognella. Die Grünliberalen treten wieder mit Daniel Hodel an, die Grünen mit Daniel Heierli und die CVP mit Ruth Ackermann. Die CVP hatte 2015 noch einen Stimmenanteil von 6,5 Prozent, hatte damals aber noch Silvia Steiner, die Regierungsrätin wurde, als Zugpferd auf ihrer Liste. Die AL versucht mit Laura Huonker ihren Sitz zu verteidigen, den sie 2015 der EVP weggeschnappt hatte. Die EVP versucht es mit Ernst Danner, dem ­pensionierten Chef der Rekursabteilung auf der kantonalen Sicherheitsdirektion. (rba)


Meilen (12 Sitze)

Verdrängungskampf innerhalb der SVP

Meilen ist dieses Jahr ein besonders brisanter Wahlbezirk: Statt 13 Sitzen hat er bloss noch deren 12, weil die Goldküste relativ zu den anderen Wahlkreisen an Bevölkerung verloren hat. Zudem ist die amtierende SVP-Kantonsrätin Nina Fehr Düsel aus der Stadt Zürich nach Küsnacht gezogen. Einziger Rücktritt im Bezirk: Katharina Kull-Benz (FDP). Somit wird es zu mindestens einer Abwahl kommen. SVP und FDP haben vier Sitze zu verteidigen, die SP hat zwei, GLP, Grüne und CVP haben je einen. Knapp werden könnte es für die Tochter des ehemaligen SVP-Nationalrats Hans Fehr. Sie wurde bloss auf den 5. Platz gesetzt, hinter die vier bisherigen «Einheimischen». Zudem führt Blocher-Schwiegersohn Roberto Martullo auf dem 6. Platz einen engagierten Wahlkampf und betreibt gar höchstpersönlich Telefonmarketing. Zittern muss auch Apothekerpräsident Lorenz Schmid. Seine CVP war 2015 mit 4,5 Prozent Wähleranteil die schwächste Partei, die noch einen Sitz ergatterte. Über Schmids Schicksal könnte das Sitzzuteilungsverfahren nach Pukelsheim entscheiden. Spannend ist die Ausgangslage auch bei der SP: Der 25-jährige Rafael Mörgeli, Neffe von Christoph Mörgeli und SP-Bezirksparteipräsident, bedrängt vom 3. Platz aus die beiden Bisherigen Hans­peter Göldi und Esther Meier, die 2015 nur knapp vor ihm lagen. Als Neue hat Corinne Hoss-Blatter gute Chancen, den vierten FDP-Sitz zu verteidigen. (rba)


Horgen (15 Sitze)

Angriffige FDP, GLP und Grüne, defensive SVP

Am linken Zürichseeufer gibt sich die SVP bescheiden: Sie ist froh, wenn sie ihre vier Sitze verteidigen kann. Die Aufgabe, den abtretenden Armin Steinmann zu ersetzen, hat Margrit Haller erhalten. Sie wurde 2015 abgewählt, nachdem sie von Zürich nach Kilchberg gezogen war. Zittern muss eher die SP, die damals etwas glücklich ihren dritten Sitz verteidigte. Sie erzielte nur doppelt so viele Stimmen wie die CVP, die nur ein Mandat erhielt. Diesen Sitz, den jahrelang Philipp Kutter besetzte, dürfte Nachfolger Farid Zeroual relativ problemlos verteidigen. Angriffig zeigen sich FDP, GLP und Grüne, die alle einen Sitzzuwachs anstreben. Vor allem die GLP will ihren 2015 verlorenen zweiten Sitz zurückerobern. Am wackligsten ist wohl der BDP-Sitz von Rico Brazerol, der vor Jahresfrist einen Sitz in der Horgner Gemeindeexekutive nur um eine Stimme verpasst hat. (pu)


Bülach (18 Sitze)

Zusätzlicher Sitz nimmt Druck weg

Dem Bezirk Bülach steht aufgrund der stark wachsenden ­Einwohnerzahl ein zusätzlicher Sitz zu. Neu kann er 18 Vertreter und Vertreterinnen in den Kantonsrat abordern, so viele wie kein anderer Wahlkreis im Kanton. Die grössten Chancen auf einen Sitzgewinn haben die Sozial­demokraten, er ist diesmal eigentlich Pflicht. Denn vor vier Jahren hat die SP den dritten Sitz nur knapp verpasst. Sollte am 24. März auch der Wähleranteil noch steigen, liegt sogar ein ­vierter Sitz in Reichweite. Eine Wackelkandidatin ist hingegen die BDP mit Spitzenkandidatin Astrid Gut. Sie muss als Erstes in ­irgendeinem Bezirk die 5-Prozent-Hürde schaffen und darf zweitens nicht mehr viele Wähleranteile verlieren. Relativ gelassen können die vier bisherigen SVP-Kandidaten Matthias Hauser, Roman und Claudio Schmid und Barbara Grüter-Baumgartner in die Wahlen, denn der SVP stehen derzeit sechs Bülacher Sitze zu. Selbst bei einem Sitzverlust scheint ihre Wiederwahl gesichert. Zu den Gewinnern könnten in Bülach die Grünliberalen mit Spitzenkandidat Jörg Mäder werden. Favoritin auf einen zusätzlichen GLP-Sitz ist die Dietliker Gemeinderätin Cristina Wyss-Cortellini. Bei den positiven Wahlumfragen dürfen sich auch die Grünen Hoffnungen auf einen zweiten Sitz machen. Die Freisinnigen werden ihre drei Sitze mühelos verteidigen können. Berechtigte Hoffnungen auf eine Wahl können sich neben den Bisherigen Linda Camenisch und Michael Biber der Bezirksgewerbeverbandspräsident Urs Remund und die Bassersdorfer Gemeindepräsidentin Doris Meier machen. (sch)


Uster (16 Sitze)

Hier entscheidet sich das Schicksal der BDP

Im Bezirk Uster wird mehrheitlich bürgerlich gewählt. Vor vier Jahren gingen fünf der 16 Sitze an die SVP, zwei an die FDP und je einer an CVP, BDP, GLP, EVP und EDU. Links davon stehen die SP mit drei und die Grünen mit einem Sitz zu Buche. Wenn die SVP keinen Einbruch erlebt, sollte sie ihre Sitze halten können. Knapp könnte es für CVP-Kantonsrat Jean-Philippe Pinto und für EVP-Kantonsrat Walter Meier werden, besonders wenn ihre Parteien Anteile verlieren. Für die BDP kandidiert an der Listen­spitze Marcel Lenggenhager. Sein Sitz ist vermeintlich sicher. Dennoch darf die BDP nicht viel verlieren, sonst fällt sie unter die 5-Prozent-Hürde, was die ganze Partei akut gefährden würde. Denn vor vier Jahren hat die BDP die Hürde nur noch im Bezirk Andelfingen knapp geschafft. Damals sicherte sie sich in Uster 5,7 Prozent der Stimmen. Vom Ausscheiden der BDP könnten die Freisinnigen profitieren. Denn sie haben vor vier Jahren einen dritten Sitz eher knapp verpasst. Kommt dazu, dass sich die FDP berechtigte Hoffnungen auf einen Wählerzuwachs machen kann. In der Poleposition stehen bei der FDP drei Männer: der Bisherige Alex Gantner sowie die beiden Neuen Matthias Bickel und Markus Blass, zwei ­Ingenieure. Auch die GLP hat gute Chancen auf einen Sitzgewinn. Damit wäre Fraktionschef Benno Scherrer nicht mehr der einzige Grünliberale aus dem Bezirk Uster. (sch)


Stadt Winterthur (13 Sitze)

Parteiwechsel sorgte für Ärger bei der CVP

2015 hat die SP die SVP abgehängt, erhielt aber gleich viele Sitze, nämlich drei. Entsprechend wackelt der dritte SVP-Sitz eher als jener der SP. Bei dieser müssen sich die Bisherigen warm anziehen, da auf dem vierten Platz Sarah Akanji lauert – die Schwester von Nati-Verteidiger Manuel war kürzlich viel in den Medien. Alle übrigen Parteien, abgesehen von der EDU, haben einen Sitz, wobei der BDP-Sitz unsicher ist – zumal Marcel Lenggenhager heuer im Bezirk Uster kandidiert. Ärger gab es in der letzten Legislatur für die CVP: Franco Albanese wechselte zur SVP. Die Scharte auswetzen will Andreas Geering, der bald Präsident des Stadtparlaments wird. Präsident des kantonalen Parlaments soll ebenfalls ein Winterthurer werden: Dieter Kläy (FDP) ist entsprechend motiviert. Auch spannend: Können die Grünen den an die AL verlorenen zweiten Sitz zurückerobern? (pu)


Winterthur-Land (7 Sitze)

Gelingt Urs Hans das Comeback?

In den 18 Landgemeinden hat die erstarkte SVP vor vier Jahren den dritten Sitz zurückerobert, den sie 2011 infolge des Fukushima-Effekts an die GLP verloren hatte. Federn lassen mussten 2015 aber die Grünen, deren Spitzenmann Urs Hans abgewählt wurde. Der umtriebige Landwirt will sich dieses Jahr revanchieren. Heuer könnte ihm die Klimadiskussion helfen. Bei der SVP ist nur Martin Hübscher wieder am Start, der während der letzten Legislatur zum SVP-Fraktionspräsidenten aufgestiegen ist. Hinter ihm auf der Liste hat die Hagenbucher Gemeindepräsidentin Therese Schläpfer gute Chancen. Sie hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil sie eine eritreische Familie für eine Steuererhöhung verantwortlich gemacht hatte. Die Elgger Schulpräsidentin Monika Brühwiler will den dritten SVP-Sitz verteidigen. Die Gewählten von FDP, SP, GLP und EVP sind wieder am Start. (pu)


Dietikon (11 Sitze)

Tanz der FDP und der Grünen um einen Sitz

Im Limmattal treten die elf Bisherigen wieder an, allerdings wanderte während der Legislatur ein FDP-Sitz in der Person von Martin Romer zur BDP ab. Was zählt mehr – der Bisherigenbonus oder die Partei? Vom Wähleranteil her hat die BDP einen schweren Stand. Er betrug 2015 nur 1,6 Prozent. Muss sie den Sitz abgeben, an wen geht er? Die besten Chancen hat die FDP. Allerdings fiel ihr 2015 der dritte Sitz mit einem Wähleranteil von 20 Prozent etwas glücklich zu. Die vier Sitze der SVP und die zwei Sitze der SP scheinen gesichert. Dass eine dieser beiden Parteien aber einen Sitz gewinnt, ist unwahrscheinlich. Die CVP ist in Dietikon wohl noch immer ein sicherer Wert. Die GLP wird eher zulegen als abbauen, aber über einen Sitz hinaus kommt sie kaum. Bleiben die Grünen, die 2015 mit einem Wähleranteil von 3,7 Prozent leer ausgingen. Also: FDP oder Grüne? (net)


Dielsdorf (11 Sitze)

Die SVP fürchtet sich in ihrer Hochburg

45 Prozent der Stimmen und fünf von elf Sitzen beansprucht die SVP im Bezirk Dielsdorf für sich. In keinem Wahlkreis ist die Volkspartei so stark wie hier. Trotzdem ist die Nervosität bei den SVP-Kantonsrätinnen und -Kantonsräten gross, denn mit Jürg Sulser, Christian Lucek, Beat Huber, Erika Zahler und Stefan Schmid wollen es alle fünf Bisherigen nochmals wissen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einer oder eine von ihnen nicht mehr schafft, ist recht hoch. Für Beatrix Stüssi, die einzige SP-Kantonsrätin aus dem Bezirk, ist die Wahl weniger nervenaufreibend. Ihr Sitz ist gut abgesichert. In den anderen Parteien werden es neue Kandidaten schwer haben. Denn überall treten die Bisherigen wieder an. Bei der FDP Christian Müller und Barbara Franzen, bei den Grünen Robert Brunner, bei den Grünliberalen Barbara Schaffner und bei der EDU Hans Egli. (sch)


Hinwil (11 Sitze)

Zitterpartie für die BDP

Der Bezirk Hinwil verliert einen Sitz und hat nur noch elf. Vor vier Jahren machte die SVP vier Sitze, alle anderen acht Parteien je einen. Am knappsten war es für die BDP mit 3,6 Prozent Wähleranteil. Somit muss die Bisherige Cornelia Keller am meisten zittern. Ihrer Wiederwahl nicht sicher ist auch die amtierende Kantonsratspräsidentin Yvonne Bürgin. Ihre CVP war 2015 die zweitschwächste Partei, die es noch schaffte. Die SVP kommt mit drei Bisherigen und muss nur Peter Preisig ersetzen. Die SP verliert Monika Wicki, die in der Stadt Zürich antritt. Die FDP kann auf den Bisherigen Jörg Kündig setzen und hat Ambitionen auf einen zweiten Sitz. Die GLP will mit Rechtsanwältin Andrea Gisler den zurücktretenden Andreas Erdin ersetzen. Und bei den Grünen hat Parteipräsidentin Marionna Schlatter gute Chancen auf die Nachfolge von Max Homberger. (rba)


Affoltern (6 Sitze)

Die Grünen auf dem Sprung

Im Bezirk Affoltern treten alle sechs Bisherigen an: Martin Haab und Hans Fisler (beide SVP), Hannah Pfalzgraf (SP), Olivier Hofmann (FDP), Ronald Alder (GLP) und Daniel Sommer (EVP). Am ehesten wackelt der Sitz der EVP: Sie erhielt 2015 mit einem Wähleranteil von 8,7 Prozent einen Sitz, die Grünen verpassten einen Sitz mit einem ­Anteil von 7 Prozent. Sollten die Grünen zulegen, könnte es zu einem Wechsel kommen. Dass die Grünen einen Sitz auf Kosten der Grünliberalen einheimsen, scheint unwahrscheinlich. Für den EVP-Kandidaten spricht allerdings der Bisherigen-Bonus und auch, dass er in der mit Abstand grössten Gemeinde, in Affoltern am Albis, wohnt. Er hat also einen Heimvorteil. (net)


Andelfingen (4 Sitze)

Können die Grünen punkten? Im kleinsten Wahlkreis des Kantons treten drei von vier Bisherigen wieder an: SVP-Parteipräsident Konrad Langhart, Markus Späth (SP) sowie Martin Farner (FDP), der parteiintern als möglicher Regierungsratskandidat gegen Thomas Vogel unterlegen war. Den vierten Sitz hat bisher die SVP gehalten, das wird wohl so bleiben. Zweiter auf der SVP-Liste ist Paul Mayer. Die Frage ist, ob die Grünen so zulegen können, dass sie die SP gefährden. Die Grünen erreichten vor vier Jahren knapp 9 Prozent der Stimmen, was nicht für einen Sitz reichte, die SP kam auf 14,5. Die FDP, die vor vier Jahren gut 17 Prozent der Stimmen erhielt, dürfte ungefährdet sein. (leu)


Pfäffikon (7 Sitze)

Verliert die SVP einen Sitz?

Im Bezirk Pfäffikon ist die SVP traditionell mit Abstand die stärkste Partei, sie hält derzeit drei von sieben Sitzen. Allerdings ist sie bei den Gemeindeerneuerungswahlen vor einem Jahr vor allem in Illnau-Effretikon massiv eingebrochen: Im Stadtrat verlor sie alle drei Sitze, im Parlament ist sie mit zehn Sitzen zwar noch stärkste Fraktion, aber auch hier verlor sie ein Mandat. Kommt hinzu, dass mit René Truninger nur ein Bisheriger wieder antritt. Gut möglich ist, dass die SP einen Sitz gewinnt; sie gehörte letztes Jahr zu den Siegern. Ebenfalls Chancen hat die GLP, deren Spitzenkandidat Andreas Hasler schon von 2011 bis 2015 im Kantonsrat sass. Aber auch die Grünen haben einen Mann an der Listenspitze, den man im Bezirk kennt: Urs Dietschi, der im Vorstand des Vereins Bürgerprotest Fluglärm Ost und im Dachverband Fluglärmschutz sitzt. (leu)

Sehen Sie hier, wie die Parteien bei den Kantonsratswahlen 2015 abgeschnitten haben.

Erstellt: 08.03.2019, 06:48 Uhr

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