21'000 wollen in Zürich Blatters Ende feiern

Der Facebook-Aufruf eines niederländischen Fussballfans zieht weite Kreise. Die Zürcher Stadtpolizei nimmt das ernst und bereitet sich schon einmal vor.

Ungemach bis zuletzt? Sepp Blatter könnte am Fifa-Hauptsitz unerwünschten Besuch bekommen.

Ungemach bis zuletzt? Sepp Blatter könnte am Fifa-Hauptsitz unerwünschten Besuch bekommen. Bild: Karl-Heinz Hug/Keystone

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Wären Zusagen auf Facebook verbindlich, käme es am Ende von Sepp Blatters Amtszeit zu einem gewaltigen Ansturm auf den Fifa-Hauptsitz in Zürich. Der niederländische Fussballfan Rodney Bouwhuizen, ein Anhänger des FC Utrecht, hat über das soziale Netzwerk dazu aufgerufen, den Abgang des Fifa-Präsidenten vor Ort gebührend zu feiern. «Seit Jahren haben wir auf diesen Moment gewartet», schreibt er. «Geben Sie dem Mann eine grosse Abschiedsparty!»

Der Vorschlag löste enthusiastische Rückmeldungen aus. Eine der ersten: «Wer fährt den Bus?» Dabei müssten es tatsächlich wohl mehrere hundert Busse sein: Innert dreier Wochen haben 21‘000 Personen ihre Teilnahme zugesagt – und noch beschränkt sich der Aufruf vor allem auf Niederländer.

«Häufig ist das den Leuten nicht bewusst»

Die Zürcher Stadtpolizei hütet sich davor, die Angelegenheit zu unterschätzen. Laut Mediensprecher Marco Cortesi wird sie in erster Linie versuchen, mit Bouwhuizen Kontakt aufzunehmen. So mache dies die Polizei jedes Mal, wenn auf solchen Kanälen zu einer Party aufgerufen werde. Man weise die Organisatoren darauf hin, dass man sie zur Verantwortung ziehen werde, falls sich wirklich Tausende versammeln und die Einladung daher ungeahnte Kostenfolgen haben sollte. «Häufig ist das den Leuten gar nicht bewusst und sie ziehen ihren Aufruf zurück», sagt Cortesi.

Andernfalls setzt die Stadtpolizei ihre Spezialisten auf den Fall an. Diese versuchen im Vorfeld der Veranstaltung abzuschätzen, ob tatsächlich mit einem Aufmarsch zu rechnen ist. Dazu sprechen sie sich mit anderen Polizeibehörden ab, in diesem Fall wären das laut Cortesi die niederländischen Kollegen.

Das Beispiel des Botellón

Zwar gab es in der Vergangenheit vergleichbare Facebook-Einladungen, bei denen sich der Spass im virtuellen Raum verflüchtigte: Massenhaft Leute sagten zu, aber am Schluss ging kaum jemand hin. Es gibt jedoch auch das prominente Gegenbeispiel des Botellón von 2008. Damals zweifelten vorab viele, ob sich die Leute wirklich zum Massenbesäufnis auf der Zürcher Blatterwiese treffen würden. Es kamen dann über tausend – wodurch sich die Stadtpolizei bestätigt sah, welche die Sache ernst genommen hatte.

Von Rodney Bouwhuizen war bislang nicht zu erfahren, wie ernst sein Aufruf gemeint ist. Dass die Niederländer grundsätzlich sehr mobil sind, wenn es um Fussball geht, führten sie den Schweizern zuletzt an der Europameisterschaft 2008 vor Augen. Damals nahmen mehrere Zehntausend während Tagen die Berner Innenstadt in Beschlag.

Wie sich die Fifa auf den 1. Dezember vorbereitet, ist nicht bekannt. Ein Sprecher der Organisation teilt auf Anfrage mit, man werde die Angelegenheit nicht kommentieren. Unbeantwortet lässt er auch die Frage, ob die Fifa eigene Pläne hat, ihren scheidenden Präsidenten im Dezember feierlich zu verabschieden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.06.2015, 12:34 Uhr

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