20-Millionen-Deal mit Ebner für neues Gymi

Der Zürcher Regierungsrat will die neue Kantonsschule fürs linke Seeufer bei Wädenswil realisieren. Auf einem Areal, das der Intershop-Gruppe von Financier Martin Ebner gehört.

Hier war früher der Standort der Telefonfirma Alcatel: Blick auf das Areal in Wädenswil. Bild: Pascal Unternährer

Hier war früher der Standort der Telefonfirma Alcatel: Blick auf das Areal in Wädenswil. Bild: Pascal Unternährer

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In Au-Wädenswil soll eine neue Kantonsschule für mindestens 1000 Schülerinnen und Schülern entstehen, um auf die steigenden Gymnasiastenzahlen am linken Ufer des Zürichsees zu reagieren. Das hat der Regierungsrat heute Donnerstag mitgeteilt. Gegenwärtig pendeln aus der Region schon rund 1600 Schülerinnen und Schüler täglich in die Stadt Zürich.

Die Kantonsschule Zimmerberg wird ihren Schulbetrieb auf das Schuljahr 2020/2021 in einem Provisorium aufnehmen. Geplant ist, mit je zwei Klassen des Langzeit- und Kurzzeitgymnasiums zu starten. Wann der Neubau der Mittelschule steht, ist noch offen.

Kleines Areal

Wädenswil hat sich gegen andere Standorte am linken Seeufer durchgesetzt. Der Kanton Zürich soll für den Bau rund 10’880 Quadratmeter gegenüber der Halbinsel Au erwerben. Dieses gehört der Intershop-Gruppe, bei der der bekannte Financier Martin Ebner mit einem Drittelsanteil Hauptaktionär ist.

Ausgehandelt wurde ein Kaufpreis von 19,8 Millionen Franken, was etwas über 1800 Franken pro Quadratmeter ergibt. Das ist etwa der Durchschnittspreis, der in Wädenswil in den vergangenen Jahren für Land in der Wohnzone bezahlt wurde. Das betreffende Areal hingegen liegt in der Industriezone und müsste erst noch in eine Mischzone umgewandelt werden.

Das Areal ist nicht eben gross. Zum Vergleich: Die neue Kantonsschule am rechten Seeufer für ebenfalls 1000 Schüler wird auf einer Fläche von rund 32'000 Quadratmetern gebaut. Das macht 800 Franken für den Quadratmeter. Doch die beiden Käufe sind nicht miteinander vergleichbar. In Uetikon stand vorher die Chemiefabrik CPH Chemie + Papier Holding AG. Bausubstanz, Untergrund und Seeboden sind belastet. Die Entsorgung von belastetem Untergrund und belasteter Gebäudesubstanz wurde im Kaufpreis berücksichtigt.

Ursprünglich wollte sich der Kanton schon Ende 2015 auf einen Standort festlegen. In Wädenswil kursierten schon länger Gerüchte, wonach die Gemeinde den Zuschlag bekommen habe. Dass es bis zur offiziellen Bekanntgabe des Entscheids so lange gedauert hat, könnte an den Kaufverhandlungen liegen.

Zu den 19,8 Millionen hinzu kommt noch eine einmalige Zahlung von 825’000 Franken für die Nutzung der angrenzenden öffentlichen Parkanlagen (Au-Park und Au-Promenade). Für den Kanton fallen laut Medienmitteilung künftig keine Kosten für den Betrieb und die Instandsetzung der Parkanlage an.

Noch ist der Bau nicht sicher

Der Kaufvertrag wurde unter zwei Vorbehalten abgeschlossen: Zum einen muss der Kantonsrat der Gründung einer Kantonsschule in Au-Wädenswil zustimmen. Zum anderen muss der private Gestaltungsplan Au-Park rechtskräftig sein, der nebst der geplanten Kantonsschule auch ein von privater Seite erstelltes, neues Quartier mit Wohnungen und Gewerbeflächen zur Nahversorgung umfasst.

Zudem müssen die für die neue Kantonsschule erforderlichen Festlegungen in den kantonalen Richtplan aufgenommen werden.

Rektor für Uetikon ernannt

Die neue Kantonsschule in Wädenswil wird nach einem ähnlichen Prinzip wie jene in Uetikon aufgebaut. Diese nimmt bereits nächsten Sommer den Betrieb mit vier Klassen auf. Ab dem 15. November können sich interessierte Schülerinnen und Schüler für die neue Kantonsschule anmelden. Der Schulbetrieb im Neubau soll voraussichtlich 2028 starten.

Das Lehrerteam besteht bereits. Neuer Rektor wird Martin Zimmermann, derzeit Rektor an der Kantonsschule Zürich Oberland. Dies hat der Regierungsrat ebenfalls am Donnerstag mitgeteilt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.11.2017, 08:34 Uhr

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