31 Millionen für Rosengarten-Tram «wären in den Sand gesetzt»

Am 28. November stimmt die Stadt Zürich über die Volksinitiative «Rosengarten-Tram» ab. Nach Ansicht der Stadträtin Ruth Genner kann die Initiative die bestehenden Verkehrsprobleme aber nicht lösen.

Kanton in die Planung einbeziehen: Der Zürcher Stadtrat will das Rosengarten-Tram nicht im Alleingang realisieren.

Kanton in die Planung einbeziehen: Der Zürcher Stadtrat will das Rosengarten-Tram nicht im Alleingang realisieren. Bild: TA

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«Der Stadtrat will das Rosengarten-Tram», betonte Tiefbauvorsteherin Ruth Genner (Grüne) am Montag vor den Medien in Zürich. Trotzdem lehnt der Stadtrat die Volksinitiative und den Gegenvorschlag des Gemeinderates ab. Entscheidende Probleme würden nämlich ausgeklammert, hielt sie fest.

So sehe die Initiative zwar eine Tramlinie auf der Rosengartenstrasse vor, auf flankierende Massnahmen werde aber verzichtet, betonte Genner. Es gelte beispielsweise zu verhindern, dass der Autoverkehr in die Quartiere ausweiche. «Diese haben eine Entlastung verdient.» Wichtig sei eine «Gesamtbetrachtung des Verkehrs». Um die Trennwirkung der Rosengartenstrasse für das Quartier Wipkingen zu verringern, sollen etwa Fussgängerstreifen erstellt und der öffentliche Verkehr möglichst bevorzugt werden.

In die Planung des ZVV-Angebots aufnehmen

Bei der Tramplanung sowie beim Betrieb setzt Genner auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Kanton, ähnlich wie bei der Planung des Trams Zürich-West. Notwendig sei einerseits ein Eintrag im regionalen Richtplan. Anderseits müsse das Tram in die Angebotsplanung des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) aufgenommen werden, mit dem Ziel, das Projekt über den Agglomerationsfonds des Bundes mitzufinanzieren.

Der entsprechende Kredit sowie das Projekt müssten sodann vom Kantonsrat und vom Volk genehmigt werden, wobei voraussichtlich auch die Stadt Zürich einen Beitrag leisten müsste. Der von der Initiative verlangte Projektierungskredit von 31 Millionen Franken wären dagegen laut Genner «ganz klar in den Sand gesetzt».

Verkehrsfluss wegen ist instabiler

Wie Andy Fellmann, Leiter Verkehrsplanung im Tiefbauamt, erklärte, würde eine Tramlinie zwischen Albisriederplatz und Milchbuck rund 400 Millionen Franken kosten. Dies habe eine Machbarkeitsstudie ergeben. Fellmann plädierte für eine «Auslegeordnung»: Man müsse verschiedene Varianten prüfen und Erfahrungen sammeln, damit man wisse, welches die beste sei. Wichtig sei aber, nicht «dreinzuschiessen», denn das Gesamtverkehrssystem verändere sich ständig.

So hat der Verkehr auf der Rosengartenstrasse seit der Eröffnung der Westumfahrung und dem Beginn der Hardbrücken-Sanierung um einen Drittel abgenommen, wie Fellmann erklärte. 60 Prozent der Fahrzeuge fänden sich jedoch auf anderen Stadtstrassen wieder. Insgesamt sei damit der innerstädtische Verkehrsfluss instabiler geworden. (fsc/sda)

Erstellt: 18.10.2010, 13:44 Uhr

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