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39 neue Tempo-30-Zonen in Zürich

Im Zentrum und in fast allen Stadtteilen soll die Höchstgeschwindigkeit auf gewissen Strassenabschnitten gesenkt werden. In zwei Dutzend Fällen ist auch der öffentliche Verkehr betroffen.

Massiver Ausbau der Tempo-30-Zonen: Quartierstrasse in Zürich.
Massiver Ausbau der Tempo-30-Zonen: Quartierstrasse in Zürich.
Keystone

Ein Drittel der Stadtzürcher Bevölkerung lebt an Strassen, die zu lärmig sind. Als Beitrag zur Lärmbekämpfung will der Stadtrat nun auf 39 Strassenabschnitten neu Tempo 30 einführen. Die Umsetzung erfolgt zonenweise ab 2013 und kostet rund 4,5 Millionen Franken.

Die Temporeduktion sei eine der effektivsten Lärmschutzmassnahmen überhaupt, sagte Claudia Nielsen (SP), Vorsteherin des Gesundheits- und Umweltdepartements, heute Mittwoch vor den Medien in Zürich. Ausserdem habe die Stadt Zürich mit der Lärmsanierung einen gesetzlichen Auftrag des Bundes zu erfüllen.

«Wir müssen vorwärts machen»

Die Lärmschutzverordnung des Bundes verlangt nämlich, dass bis 2018 alle Strassen, die eine Lärmbelastung über dem Immissionsgrenzwert haben, lärmsaniert sind. «Wir müssen vorwärts machen, wenn wir das schaffen wollen», sagte Nielsen. Neben dem Dienst an der lärmgeplagten Bevölkerung gebe es mit Tempo 30 weniger Unfälle und eine bessere Lebensqualität.

8400 Menschen weniger von Lärm betroffen

39 kommunale Strassenabschnitte, die heute zu lärmig sind, müssen also künftig mit 30 statt mit 50 Kilometern pro Stunde passiert werden (siehe Karte und Liste unter «Links»). Das sind 19 der insgesamt 230 Kilometer Strassen in der Stadt, die noch zu laut sind. Auf rund 300 Kilometern gilt heute schon Tempo 30. Mit der neuen Massnahme wären 8400 Anwohner weniger vom Lärm betroffen.

Dennoch leben in Zürich weiterhin 96'600 Menschen an Strassen mit einer zu hohen Lärmbelastung. Auch diese Strassen müssten bis 2018 lärmsaniert werden. «Wir müssen in kleinen Schritten vorwärts machen», sagte Nielsen. Bei vielen Abschnitten sei auch der Kanton involviert. Da brauche es Gespräche und einen Konsens.

Wie rasch die Massnahme umgesetzt werden kann, hängt aber auch von anderen Faktoren ab. So sind die Temporeduktionen einsprachefähige Verfügungen, wie Nielsen ausführte. Nachdem der Stadtrat beschlossen habe, müsse die Polizeidirektion die einzelnen Änderungen verfügen. Dagegen könne dann auch rekurriert werden.

Positiver Pilotversuch in Wollishofen

Eine Reduktion von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde vermindere den Verkehrslärm um 3 Dezibel, sagte Bruno Hohl, Direktor Umwelt- und Gesundheitsschutz. «Dies wird wie eine Halbierung der Verkehrsmenge wahrgenommen.» Zudem bringe ein geringeres Fahrtempo mehr Sicherheit im Strassenverkehr.

Mit einem Pilotversuch an der Kalchbühlstrasse in Zürich wollte die Stadt 2009 herausfinden, welche Auswirkungen Tempo 30 auch für den öffentlichen Verkehr hat. Der Lärm wurde um 2,4 bis 4,5 Dezibel reduziert. Der Bus war 9 bis 12 Sekunden langsamer. Drei Viertel der Bevölkerung fanden die Massnahme gut.

Der Bund zahlt mit

Man müsse das Problem angehen, dort wo es entstehe, sagte Hohl. Nur wenn Lärm nicht an der Quelle bekämpft werden könne, solle er durch Lärmschutzwände oder -fenster gestoppt werden. «Diese Massnahmen sind aber zwei- bis dreimal teurer als die Temporeduktion.»

Die Umsetzung der neuen Tempo-30-Abschnitte kostet rund 4,5 Millionen Franken. Kann die Massnahme fristgerecht – also bis 2018 – umgesetzt werden, übernimmt der Bund 25 Prozent der Kosten. Auch an die Planung zahlt er 15 Prozent. Für die Stadtkasse sei es drum wichtig, dass es nun vorwärts gehe, sagte Hohl.

VBZ kann mit Tempo 30 leben

Der öffentliche Verkehr ist auf 23 der neuen Tempo-30-Abschnitte betroffen. Guido Schoch, Direktor der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ), zeigte sich vor den Medien zufrieden. «Wir können gut mit diesen Massnahmen leben», sagte er. Es gebe weder für die Kunden noch für den Fahrbetrieb Einschränkungen.

SDA/pu

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