50 Franken pro Monat für den Hausschlüssel

Die Spitex Winterthur will ab Juni Geld für die Aufbewahrung der Hausschlüssel ihrer Kunden, weil dies viel Aufwand verursache. In Zürich sieht man dies anders.

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Die Spitex der Stadt Winterthur führt neu eine Gebühr für die Schlüsselaufbewahrung ihrer Kunden ein. 50 Franken pro Monat muss bezahlen, wer weiterhin seinen Zweitschlüssel bei der Spitex einlagert, damit deren Mitarbeiter Zugang zu Wohnungen bekommen, wie der «Landbote» berichtet.

Heidi Kropf-Walter, Bereichsleiterin Alter und Pflege der Stadt Winterthur, sagt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, dass die Spitex rund 300 Schlüssel sicher aufbewahren müsse: «Wir haben hierzu eine Kalkulation gemacht und konnten den Aufwand mit 50 Franken pro Monat und Kunde beziffern.» Kropf-Walter gibt an, dass man mit der Änderung aber noch bis Juni warten wolle, um die betroffenen Kunden beraten zu können. «Für uns wäre es interessant, wenn möglichst viele Kunden auf ein elektrisches Zugangssystem umsteigen würden.» Dieses käme beide Seiten günstiger als die Schlüsselaufbewahrung. Eine Installation des Zugangs mit Zahlencode schlage mit etwa 300 Franken zu Buche. «Die weitere Miete kostet dann etwa 120 Franken pro Jahr.»

Spitex Zürich sieht kaum Aufwand

Bei der Spitex der Stadt Zürich ist eine Gebühr für die Schlüsselaufbewahrung kein Thema, wie Thomas Jeiziner, Sprecher Spitex Zürich Limmat, erklärt. «Bei unseren Arbeitsabläufen entsteht durch die Aufbewahrung der Schlüssel zwar auch ein Zusatzaufwand.» Doch würden die jeweiligen Mitarbeiter so oder so im Spitex-Zentrum vorbeikommen, um medizinisches Material abzuholen. «Dabei nehmen sie zusätzlich die Schlüssel jener Kunden mit, die sie besuchen, und bringen sie nach der Tour wieder zurück.» Diese Wegzeiten würden den Kunden nicht berechnet, da sie auch von der Krankenkasse nicht gedeckt würden. «Wie die Situation in Winterthur aussieht, kann ich aber nicht beurteilen.»

Jeiziner kann sich aber vorstellen, dass die Schlüsselgebühren in Winterthur für Betagte mit kleinen Pensionen zum Problem werden können: «Diese werden ebenfalls von keiner Krankenkasse gedeckt.» Allerdings gebe es mögliche Alternativen: «Wer durch die Schlüsselgebühren in Schwierigkeiten gerät, kann Ergänzungsleistungen beantragen.» Für Jeiziner ist klar: «Nur an den Verwaltungskosten darf eine Spitex-Behandlung nicht scheitern.» Die Alternative, nämlich ein Umzug in ein Pflegeheim, sei nicht nur ein Eingriff in die persönliche Freiheit der Betroffenen, sondern «verursacht insgesamt viel höhere Kosten als eine Spitex-Behandlung».

Bereichsleiterin Kropf-Walter sieht dieses Problem ebenfalls: «Wir werden unsere Kunden auch in Bezug auf Ergänzungsleistungen beraten, wenn wir sehen, dass der Aufwand für ein elektronisches Zugangssystem oder die Hausschlüsselverwaltung für sie zu einem existenziellen Problem wird.» Den Vergleich mit der Stadt Zürich könne sie in Bezug auf den Aufwand für die Schlüsselverwaltung nicht beurteilen. Aber: «Bei uns entsteht ein beträchtlicher Aufwand, den wir verursachergerecht an unsere Kunden weitergeben müssen.»

Erstellt: 07.02.2014, 14:34 Uhr

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