7650 Anrufe wegen explodierter Muffe

Die Ursache des knapp dreistündigen Blackouts in Zürich ist geklärt. Der grösste Stromausfall in den vergangenen zehn Jahren blockierte auch das EWZ-Telefon.

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Die Ursache für den Stromausfall bei 10'000 Anschlüssen in den Kreisen 1, 7 und 8 vom 26. Januar in Zürich ist geklärt: Schuld war ein defektes Verbindungsstück zwischen zwei Kabeln, eine sogenannte Muffe. Diese explodierte und führte schliesslich zu zwei Kurzschlüssen.

Die Muffe im EWZ-Unterwerk Sempersteig explodierte um 9.56 Uhr und löste im benachbarten Unterwerk Katz einen Kurzschluss aus. Ausser einem kurzen Lichtflackern hatte dieser jedoch keine wahrnehmbaren Auswirkungen, wie das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) am Donnerstag mitteilte.

70 Trams und Busse blieben stehen

Allerdings beschädigte die defekte Muffe zugleich ein benachbartes 22-Kilovolt-Stromkabel und setzte dessen Isolierung in Brand. Als das Feuer den Kabelmantel durchfressen hatte, kam es um 11.06 Uhr auch im Unterwerk Sempersteig zu einem Kurzschluss.

Aus Sicherheitsgründen schaltete sich darauf der 150/22-Kilovolt-Transformator automatisch aus – und diesmal waren die Folgen deutlich spürbar: So fiel der Strom in den Stadtkreisen 1, 7 und 8 während der nächsten knapp drei Stunden aus.

Rund 10'000 Stromanschlüsse waren betroffen. Gegen 70 Trams und Trolleybusse blieben stecken. Vier Unternehmen, die beim EWZ eine entsprechende Dienstleistung bestellt haben, wurden gemäss Notfallkonzept auf ein anderes Unterwerk umgeschaltet.

Laut EWZ handelte es sich um den gravierendsten Stromausfall in der Stadt Zürich in den letzten zehn Jahren. Alleine zwischen 11 und 12 Uhr gingen an jenem Tag 7650 Telefonanrufe beim EWZ ein.

Sechs Störungen in zwölf Jahren

Laut EWZ handelt es sich bei der explodierten Muffe um einen Typ, mit dem ältere und neuere Kabel verbunden werden können. Insgesamt habe es in den vergangenen 12 Jahren bei sechs von insgesamt 300 solcher Muffen Störungen gegeben.

Als kurzfristige Massnahme nach dem Blackout werden nun Muffen, die sich in Unterwerken befinden, mit einer Brandabschottung versehen. Mittelfristig sollen die Muffen ersetzt werden. (ep/sda)

Erstellt: 02.02.2012, 15:30 Uhr

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