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85-Jähriger setzt Flugzeug ins Schilf

Am Oberen Zürichsee ist ein Pilot bei der Landung von der Piste abgekommen. Sein Flieger kam genau am Seeufer zum Stillstand.

Kurz vor dem Einwassern: Am unteren Bildrand endet die Spur der missglückten Landung. (Foto: PD)
Kurz vor dem Einwassern: Am unteren Bildrand endet die Spur der missglückten Landung. (Foto: PD)

Dass die Fliegerei eine ernsthafte Angelegenheit ist, zeigt ein aktueller Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust).

Sonst würde da stehen: Ein erfahrener Pilot (Jahrgang 1933, 1355 Flugstunden) setzte am 5. März 2018, einem perfekten Frühlingstag, kurz vor dem Mittag seine alte Kiste (Mooney M22, Baujahr 1970) neben der Piste des Flugplatzes ins Schilf. Auch wenn er die Piste irgendwie verfehlte, landete er mit einer gewissen Präzision: Der Flieger kam unmittelbar am Seeufer zu stehen. Der Pilot zog sich dabei leichte Verletzungen zu, die Maschine blieb unversehrt.

Die Kontrolle verloren

In der Fliegerei gibt es eine ausgeprägte Fehlerkultur. Diese bedingt, dass genau hingeschaut wird, wenn etwas nicht nach Plan gelaufen ist. Auch dann, wenn «bloss» eine Propellermaschine ins Schilf gesetzt wurde. Die Sust spricht in ihrem summarischen Bericht denn auch von einem schweren Vorfall, bei dem ein Pilot bei der Landung die Kontrolle über seine Maschine verlor.

Das war knapp: Propellermaschine stoppte kurz vor dem See. Foto: PD
Das war knapp: Propellermaschine stoppte kurz vor dem See. Foto: PD

Der Flugplatz Wangen-Lachen liegt idyllisch am Oberen Zürichsee, eine Piste mit direktem Seeanstoss. Die 500 Meter lange Start- und Landebahn liegt rund 80 Meter entfernt parallel zum Ufer, ihr Ende mündet quasi in einen Hafen-Seitenarm des Sees. An diesem Montag Anfangs März herrschte wunderbares Wetter, «sonnig, leichter Südföhn, ausgezeichnete Sicht», heisst es im Sust-Bericht.

Nach einem «ereignislosen Rundflug» flog der Pilot den Flugplatz von Osten her an, er reduzierte seine Geschwindigkeit und setzte seinen Flieger «in den ersten 150 Metern» nach der Pistenschwelle auf. Dann gab er an, «vorsichtig die Radbremsen betätigt zu haben».

Das Flugzeug setzte von Osten her zu spät auf der Landepiste auf und steuerte abseits der Piste.

Der Flieger zog nach rechts, kam von der Piste ab und rollte in das angrenzende Wiesland. Dem Pilot gelang es nicht, seine Mooney M22 wieder auf die Piste zu steuern. Immerhin wurde die Maschine im «weichen Untergrund» derart gebremst, dass es wenige Meter vor dem Ufer zum Stillstand kam. Auf dem Luftbild, das die Sust dem Bericht beilegte, ist die Spur zu erkennen, die der Flieger in das braune Gras gezogen hat.

Keine Reserven in Lachen

So ein Bericht, auch wenn er zum Schluss kommt, dass der Vorfall keine Konsequenzen nach sich ziehen wird, hat offenbar auch eine präventive Absicht. Im Kapitel Analyse wird nämlich darauf hingewiesen, dass in Wangen-Lachen nur eine geringe Reserve zur Verfügung steht.

«Entsprechend muss frühzeitig ein Durchstart (go around) oder ein Aufsetzen und Durchstarten (touch-and-go) eingeleitet werden, falls der Anflug zu schnell oder das Aufsetzen zu spät oder nicht auf der Mittellinie der Piste erfolgt». Sonst droht ein «Drittschaden»: In diesem Fall am angrenzenden Wiesland.

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