Neue steuerliche Abzugsgrenze für Autopendler

Der Pendlerabzug bei den Steuern wird auf 5000 Franken begrenzt. Nur ein Dutzend Gemeinden an der Peripherie wehrten sich.

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70,7 Prozent der Zürcher Stimmenden sind damit einverstanden, den Abzug für die Arbeitswegkosten auf der Steuererklärung bei 5000 Franken zu begrenzen. Bisher gab es keine Limite. 2500 Steuerpflichtige zogen mehr als 20'000 Franken ab. Für die Limite sprachen sich 295'315 Stimmende aus, dagegen 122'298. Die Stimmbeteiligung betrug 47,9 Prozent.

Damit müssen rund 86'000 Steuerpflichtige ab 2018 mehr Steuern zahlen. Das bringt Kanton und Gemeinden etwa 55 Millionen Franken ein. Das Geld wird direkt nach Bern fliessen. Der Kanton Zürich hat rund 120 Millionen an den neuen Bahninfrastrukturfonds zu leisten. Die von den Autopendlern geleisteten Mehreinnahmen bilden einen Teil dieses Geldes. Den Rest müssen Kanton und ZVV leisten.

Gemeinden: 156:12

Fast alle Gemeinden waren dafür. Nur ein Dutzend wehrte sich. Wenig überrascht, dass diese peripher liegen wie Weiach, Fischenthal oder Hagenbuch. Weiach hält den Nein-Rekord mit über 60 Prozent Nein. In den Peripheriegemeinden leben mehr Menschen, welche weite Wege pendeln müssen und dafür das Auto nehmen. Den Ja-Rekord lieferte wiederum der linke Stadtzürcher Kreis 4 + 5 mit 84,8 Prozent.

Alle Bezirke sagten Ja: Andelfingen war noch am skeptischsten und sagte mit 57,8 Prozent Ja, Dielsdorf mit 59,5 Prozent, Pfäffikon mit 64,1, Hinwil mit 64,2, Bülach mit 64,4, Affoltern mit 66,9, Dietikon mit 68,1, Uster mit 69,2, Horgen mit 70, Winterthur mit 70,7, Meilen mit 71,7 Prozent und schliesslich Zürich mit 81,5 Prozent.

Bund begrenzt bei 3000 Franken

Bisher konnte man im Kanton Zürich sämtliche Kosten für den Arbeitsweg bei den Steuern abziehen. Das war vor allem für Autopendler mit grossen Distanzen interessant. Im Rahmen der Fabi-Vorlage hat der Bund den Pendlerabzug auf 3000 Franken begrenzt, verschiedene Kantone haben nachgezogen und den Abzug für die kantonalen Steuern ebenfalls begrenzt. Aber nirgends war die Zustimmung so gross wie in Zürich.

Nun hat auch Zürich einen Maximalabzug definiert. Die 5000 Franken sind ein Kompromiss nach einem langen Seilziehen. Bei Ehepaaren sind es zwei mal 5000 Franken, also maximal 10'000 Franken. Die Regelung betrifft nur Angestellte. Für Selbstständigerwerbende ändert sich nichts.

Die Befürworter waren:

Alle Parteien ausser der SVP haben die Ja-Parole gefasst. Von linker Seite ist die Begeisterung mässig. Das Ja erfolgt nach dem Motto «Besser als nichts». Beim Freisinn war das Ja umstritten, wurde letztlich aber klar beschlossen. Hohe Pendlerabzüge werden als indirekte Subvention an jene mit langen Arbeitswegen kritisiert. Für dieses Distanzpendeln sollten aber aus raum-, verkehrs- und umweltpolitischen Gründen Anreize ausbleiben. Die Regierung argumentiert vor allem finanzpolitisch.

Die Gegner:

Die SVP-Fraktion im Kantonsrat sagte Ja, die Parteidelegierten kippten die Parole aber. Für sie ist die Begrenzung des Pendlerabzugs nichts anderes als eine zu bekämpfende Steuererhöhung.

Zur Übersicht der anderen kantonalen Abstimmungen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.09.2017, 13:15 Uhr

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