9 Jahre Haft für pädophilen Ex-Cevi-Leiter

Der Mann aus dem Limmattal hat sich an acht Knaben bis zu 500-mal vergangen. Mehrfach betäubte er sie dafür in seiner Wohnung.

Hier wurde das Urteil gegen den 51-Jährigen Cevi-Leiter eröffnet: Das Bezirksgebäude Dietikon.

Hier wurde das Urteil gegen den 51-Jährigen Cevi-Leiter eröffnet: Das Bezirksgebäude Dietikon. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Das Bezirksgericht Dietikon hat am Freitag einen Mann aus dem Limmattal zu 9 Jahren und 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Dem pädophil veranlagten Ex-Cevi-Leiter werden sexuelle Handlungen mit Kindern und sexuelle Nötigung vorgeworfen.

Der heute 51-jährige Mann hatte sich während 20 Jahren an 8 Knaben vergangen. Das Gericht geht davon aus, dass es während dieser Zeit zu 400 bis 500 Übergriffen gekommen ist.

Die Richter gehen bei ihrem Schuldspruch von einem schweren Verschulden aus. Der Täter habe seinen Opfern schweres, seelisches Leid zugefügt. Sein Vorgehen sei perfid und verwerflich gewesen.

Über neun Jahre Haft: Das meint die Staatsanwaltschaft. Video: Tamedia/SDA

37 Videos der Übergriffe

Der Täter hatte die Knaben, die zum Tatzeitpunkt zwischen 5 und 15 Jahre alt waren, teilweise in der Cevi kennen gelernt, wo er früher Leiter war. In einigen Fällen hatte er sie im Wachzustand missbraucht.

In anderen Fällen betäubte er sie – wahrscheinlich mittels eines mit Schlafmittel präparierten Süssgetränks und verging sich an ihnen. Dadurch schliefen die Opfer so tief, dass sie nichts von den Taten bemerkten. Er hatte sich dabei auch gefilmt. Die Strafverfolgungsbehörde hat beim Täter 37 Videos zu den eigenen Übergriffen gefunden.

Die Knaben hatten jeweils beim Mann übernachtet. Die Übergriffe geschahen an seinen Wohnorten in Dietikon und Stallikon sowie während der Ferien und in einem Lager.

Zudem hatte sich der Mann der Pornografie schuldig gemacht. Die Behörden stellten an seinen Wohnorten 5000 Videos und 30 000 Bilder mit pornografischem Inhalt sicher.

130 Übergriffe auf ein Opfer

Der Mann, gelernten Schriftsetzer, Ex-Bankangestellter, Geschäftsführer eines Sicherheitsdienstes, hatte an der Verhandlung vor einem Monat gestanden, 8 Knaben immer wieder sexuell missbraucht zu haben. An einem heute 20-Jährigen Opfer hatte er sich während eines Zeitraums von rund sechs Jahren über 130 Mal vergangen. Die beiden längsten Missbrauchsverhältnisse dauerten jeweils sieben Jahre. Die Fälle gehen bis 1994 zurück.

Der Mann bestritt aber konsequent den Vorwurf der sexuellen Nötigung. Verhaftet wurde der heute 51-jährige Pädophile im Januar 2015, nachdem ein Opfer ihn angezeigt hatte. Dieses hatte seinen ehemaligen Peiniger in einem Auto erkannt. Neben sich einen kleinen Jungen. Er habe Anzeige erstattet, weil er verhindern wollte, dass noch weitere Kinder erleben müssen, was er damals erlebt habe, so das ehemalige Opfer. Seitdem sitzt der Verurteilte in Haft. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.05.2017, 17:01 Uhr

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