Aeppli: «Gymnasien sind gut unterwegs»

Sind die Gymnasien in der Krise? Bildungsdirektorin Aeppli hat zum Beginn des 175-Jahr-Festes jene in den Senkel gestellt, die die Mittelschulen schlechtreden.

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Heute fiel an der Kantonsschule Freudenberg der Startschuss für die Feierlichkeiten zum 175-Jahr-Jubiläum der Zürcher Mittelschulen. Doch neben der Festfreude gab auch Kritik an den Gymnasien zu reden. In einem «Weltwoche»-Artikel hatte der Philosoph Ludwig Hasler vor drei Wochen eine Identitätskrise in den Gymnasien diagnostiziert. Für ihn sind Mittelschulen «Horte der Fristerstreckung zum Erwachsenwerden». Sie vermittelten zu viel «Hors-sol-Wissen», würden immer profilloser und entliessen zu viele ratlose Maturanden und vor allem zu viele ratlose Maturandinnen. Wegen des zunehmenden Frauenanteils in den Gymnasien stellt Hasler die These auf, diese entwickelten sich immer mehr zu «höheren Töchterschulen».

Als Gegenrezept zu diesen Trends fordert er «Elitegymnasien» statt weitere «Durchschnittsgymnasien». Die Mittelschulen müssten sich wieder als Schulen für eine intellektuelle Elite verstehen und dürften überfachliche Lernstrategien nicht höher gewichten als das Fachliche.

«Frauenfeindlicher Unsinn»

Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) sagte heute, dass die Zürcher Mittelschulen «gut unterwegs» seien. Dies zeige sich vor allem an der grossen Nachfrage nach einem Platz an einer der 21 Schulen. Das Ziel der Gymnasien sei es, Kinder aus allen sozialen Schichten zu integrieren. In Zürich sei weder eine Steigerung der Maturitätsquote noch ein «Supergymnasium» für die besten 5 Prozent der Lernenden geplant. Die Gymnasien hätten bereits heute das Privileg, die Begabtesten für sich auszuwählen.

Ohne konkret auf den Artikel von Ludwig Hasler einzugehen, wehrte sie sich gegen die «angebliche Gefahr der Verweiblichung». Diese These sei «frauenfeindlicher Unsinn». Jene, die die Geschlechterfrage aufbrächten, hätten nichts anderes im Sinn, als das Rad der Zeit auch in den Gymnasien zurückzudrehen. Sie werde die Errungenschaften der Gleichstellung verteidigen. Es gehe nicht an, den Knaben mangelnde Sprachbegabung anzudichten und den Mädchen den Zugang zu den Naturwissenschaften abzusprechen. Das Ziel der Gymnasien müsse es sein, alle ihre Schülerinnen und Schüler zu befähigen, logisch zu denken, Sachverhalte in allen Fächern zu analysieren und zu begreifen.

Unterricht im Tram

Von morgen Mittwoch bis Freitag werden sich die Mittelschulen in den Innenstädten Zürichs und Winterthurs der Bevölkerung präsentieren. An der Bildungsmeile in Zürich stehen rund um die Quaibrücke 25 Zelte zu unterschiedlichen Themen. Auf einer Tramfahrt kann man eine Kurzlektion in unterschiedlichen Fächern geniessen oder über sich ergehen lassen. In Winterthur ist die Mini-Bildungsmeile am Donnerstag geplant. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.09.2008, 06:33 Uhr

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