Alle sechs Stunden verletzt sich eine Person im Zürcher Stadtverkehr

In Zürich haben sich 2017 rund 5550 Unfälle ereignet. Einen Höchstwert gibt es bei den schwer verletzten Velofahrern in der Stadt.

Mehr Unfälle und Leichtverletzte, weniger Schwerverletzte und Tote: Die Bilanz auf dem Kantonsgebiet.


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Die «ungeschützten Verkehrsteilnehmenden» – so werden Fussgänger und Velofahrende in der Verkehrsunfallstatistik 2017 benannt, welche die Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich gemeinsam mit der Stadt Winterthur und der Kantonspolizei Zürich am Dienstag den Medien präsentierte. 110 schwer verletzte Velofahrende sowie 65 schwer verletzte Fussgänger weisen die Statistiken der Stadt Zürich aus. Das Verletzungsrisiko auf dem Velo hat deutlich zugenommen.

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Gesamthaft sind 468 Velofahrende und 254 Fussgänger im vergangenen Jahr in der Stadt Zürich verunfallt, 26 mehr als 2016. Allein auf Fussgängerstreifen waren es 117 Personen. Beim Autoverkehr und in öffentlichen Verkehrsmitteln nahm die Zahl schwer verletzter Personen dagegen ab.

Die Stadt schreibt, dass in mehreren Bereichen die Unfallzahlen zugenommen haben, obwohl sie in Verkehrssicherheit investiert habe. Bei den Fussgängerstreifen hat sie die Signalisierung ausgebaut. Doch könne damit das Problem nicht beseitigt werden, dass Personen die Strasse bei Rot überqueren oder den Vortritt missachten.

Mehr Unfälle mit E-Bikes

Statistisch erfasst ist, dass im vergangenen Jahr rund 5550 Verkehrsunfälle in der Stadt geschahen – rund 1700 davon aus Unaufmerksamkeit. 1400 Personen verletzten sich dabei. Fünf davon tödlich. 375 Autopassagiere wurden verletzt, 254 Fussgänger und 486 Velofahrer.

Die Velofahrer stellten im vergangenen Jahr 46 Prozent der Schwerverletzten. 403 Personen, die verunfallten, fuhren herkömmliche Velos – 15 weniger als 2016. Bei den E-Bike-Fahrern nahmen die Unglücke zu: Verunfallten 2016 noch 42 E-Biker, waren es letztes Jahr 65 Personen.

Mehr Velokontrollen durch Polizei

Die Stadt schreibt, das Unfallrisiko im Veloverkehr sei gestiegen. Um dem Trend zu begegnen, setzt sie auf die dringend benötigte Verbesserung der Velowege und -spuren, Sensibilisierung und verstärkte Velokontrollen durch die Polizei.

Auf Kantonsgebiet sind 2017 bei Verkehrsunfällen 22 Menschen gestorben. Damit bleibt die Zahl auf dem Tiefstwert von 2016. 1971 waren auf den Strassen des Kantons noch 260 Menschen gestorben.

Erneuter Tiefstand erreicht: 2017 starben 22 Menschen im Strassenverkehr (Bild zum Vergrössern anklicken)

Die Kantonspolizei zählte vergangenes Jahr mehr Unfälle, mehr Leichtverletzte und mehr E-Bike-Unfälle als im Fünfjahresmittel. Hauptursache für Unfälle sind auf dem Kantonsgebiet ebenso wie in der Stadt die mangelnde Aufmerksamkeit und Ablenkung im Verkehr.


Video: Unfall-Hotspots im Kanton Zürich

Unterwegs mit der Kantonspolizei Zürich an drei Unfallschwerpunkten. Video: Lea Koch (August 2017)


(tif/sda)

Erstellt: 13.03.2018, 10:01 Uhr

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