Anonyme Bewerbung verbessert Jobchancen

Anonymisierte Bewerbungsverfahren für Lehrstellen erhöhen die Chancengleichheit. So lautet die klare Schlussfolgerung des einjährigen Pilotprojekts «smart selection» vom KV Schweiz.

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Beim Pilotprojekt ging es ausschliesslich um die Bewerbungs-Startphase, wo manche allein aufgrund ihres Familiennamens «aussortiert» werden, sagte Projektmitarbeiterin Eva Heinimann am Montag vor den Medien. Wieviele ausländische beziehungsweise Schweizer Jugendliche am Ende eine Lehrstelle hatten, wurde nicht untersucht.

Platz 1 für Sek-A-Schüler aus dem Balkan

Für die Auswertung des Projekts wurden drei Gruppen von Jugendlichen analysiert: Schweizer, Ausländer aus dem Balkan und Ausländer aus Südwesteuropa. Wie Ralf Margreiter vom KV Schweiz erklärte, zeigten sich tatsächlich praktisch identische Erfolgsquoten aller drei Bewerbergruppen.

Vor allem unter den Absolventen des anforderungsreichsten Oberstufentypus Sek A schwangen die Jugendlichen aus dem Balkan obenaus: Von ihnen erhielt jeder Dritte mindestens eine Dossieranfrage oder Einladung. Bei den Schweizern war es nicht einmal jeder Fünfte.

Gemäss Margreiter lässt sich das wohl damit erklären, dass die Jugendlichen aus dem Balkan im Bewusstsein ihres Herkunfts- Handycaps eine besonders grosse Motivation mitbringen und die Fragen besonders engagiert beantworten. Häufig könnten sie auch die besseren Schulleistungen vorweisen.

Schweizweite Internet-Plattform

Zentrales Instrument im Pilotprokjekt war die Internet-Plattform «www.we-are-ready.ch», die auch nach Abschluss des Projekts schweizweit weiter betrieben wird. Sie ist Drehscheibe von Angebot und Nachfrage.

Im anonymen Internet-Bewerbungsforumlar wird ein umfassendes persönliches Profil verlangt, bloss ohne Angaben zu Namen, Herkunft, Religion und dergleichen. Auch die Lehrbetriebe stellen ein Profil der freien Lehrstellen ins Netz. Lehrstellensuchende und Firmen können sich dann gegenseitig finden. Für die Betriebe wird die Lehrlingssuche mit der Plattform günstiger und effizienter. Im Rahmen des Versuchs registrierten sich fast 2350 Jugendliche und gut 200 Lehrbetriebe auf der Plattform. Viele machten allerdings nicht alle notwendigen Angaben, so dass für die Auswertung nur noch 1262 Lehrstellensuchende und 122 Lehrbetriebe erfasst wurden. Konkret genutzt wurde das Angebot bloss von jedem zweiten Lehrbetrieb.

(tif/sda)

Erstellt: 29.09.2008, 16:24 Uhr

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