Kunststadt Winterthur

Aus vier Museen wird ein Kunstverein

Trotz roter Zahlen: Die Stadt Winterthur setzt auf Kunst. Sie will vier Museen organisatorisch zu einem einzigen Betrieb zusammenfassen. Und lässt sich das einiges kosten.

Winterthur setzt auf Kunst: Attraktivität und Ausstrahlungskraft der Winterthurer Kunstmuseen sollen gestärkt werden. (Im Bild: Kunstmuseum)

Winterthur setzt auf Kunst: Attraktivität und Ausstrahlungskraft der Winterthurer Kunstmuseen sollen gestärkt werden. (Im Bild: Kunstmuseum) Bild: Tages-Anzeiger

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Winterthur muss sparen. Dabei wurden auch «heilige Kühe» wie das Stadttheater infrage gestellt. Und als Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) Ende März sein neues Kulturleitbild vorstellte, reagierten viele Kulturschaffende verunsichert. Insbesondere die freie Szene fürchtet, dass ihr Gelder gestrichen werden. Denn die «Grossen» werden im Leitbild klar favorisiert.

Zu den «Grossen» gehören das Musikkollegium und die Musikfestwoche – und vor allem die weit über die Stadt hinaus bekannten Kunstmuseen. Heute Morgen ist nun das neue Museumskonzept vorgestellt worden. Es hat zum Ziel, deren Ausstrahlungskraft zu stärken. Und das darf auch etwas kosten.

Fusion zu Kunstverein Winterthur

Weltweit verfügt wohl kaum eine Stadt von vergleichbarer Grösse über derart viele bedeutenden Werke der bildenden Kunst wie Winterthur. Doch sei dieses Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft, wird im Konzept festgehalten. Durch verstärkte Zusammenarbeit sollen Synergien gewonnen und die Institutionen international stärker positioniert werden: Beteiligt sind das Kunstmuseum Winterthur, das Museum Oskar Reinhart, die Villa Flora und das Museum Briner und Kern.

Diese vier bisher selbstständigen Institutionen werden bezüglich Organisation zu einem einzigen musealen Betrieb fusionieren und in den Kunstverein Winterthur überführt. Eingeschlagen wird eine «3-Häuser-Strategie» mit den Standorten Kunstmuseum, Museum Oskar Reinhart und Villa Flora. Es brauche eine künstlerische Profilierung der Standorte und eine zeitgemässe Infrastruktur, heisst es.

Investitionen von fast 10 Millionen Franken

Das Museumskonzept geht von einem Aufwand für die Stadt von 4,55 Millionen Franken aus, was einem jährlichen Zusatzaufwand von einer Viertelmillion entspricht. Dazu wird mit einer einmaligen Investition von insgesamt 9,75 Millionen Franken gerechnet, wovon aber nur 2,3 Millionen zulasten der Stadt Winterthur gehen sollen.

Der Stadtrat will die restlichen Mittel durch private Geldgeber auftreiben. Künzle hat bereits bei der Vorstellung des Kulturleitbildes betont, dass künftig mehr Sponsoren gefunden werden müssen. Auch zählt man auf Unterstützung durch den Kanton und auf Mittel aus dem Lotteriefonds. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.06.2015, 09:18 Uhr

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