Bier, Sex und ein gebrochenes Hundebein

In einer Zürcher Seegemeinde schleudert ein Mann im Zorn seinen Hund zu Boden – sein One-Night-Stand zeigte ihn an.

Nach dem Schäferstündchen: Das Veterinäramt des Kantons Zürich hat den Hund beschlagnahmt.

Nach dem Schäferstündchen: Das Veterinäramt des Kantons Zürich hat den Hund beschlagnahmt. Bild: Screenshot Google Street View

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In einer Zürcher Seegemeinde ereignete sich im Herbst 2015 ein Schäferstündchen mit unangenehmen Folgen für alle Beteiligten: Frau E. besuchte Herrn A. in dessen Wohnung – er, ein 38-jähriger Deutscher mit zweijährigem Hund. Man trank viel Bier und kam sich näher. Nach dem Beischlaf setzte sich der Mann aufs Sofa, dort hatte aber schon sein Hund ein Häufchen platziert. Wutentbrannt warf der Mann den Hund zu Boden, der Hund winselte und die Frau stellte fest, dass mit seinem Hinterbein etwas nicht stimmte. Ein paar Tage später informierte sie das Veterinäramt des Kantons Zürich. Es eröffnete ein Verfahren, beschlagnahmte den Hund zuerst vorsorglich, nach diversen Abklärungen dann definitiv und es sprach ein unbefristetes Tierhalteverbot aus.

Der Mann bestreitet die Tat. Er will seinen Hund zurück und hat deshalb zuerst bei der Gesundheitsdirektion, dann beim Verwaltungsgericht rekurriert. Seinen Aussagen zufolge verletzte sich der Hund beim Spielen am See und zwar auf zwei Arten: Er blieb beim Sprung über ein Mäucherchen hängen (Version beim Tierarzt) und er blieb mit der Pfote zwischen zwei Steinen hängen (Version beim Veterinäramt). Die Anschuldigung von Frau E. erklärte er mit deren Charakter («eine überaus ungehaltene Person») und mit Rache: Er habe ihre Annäherungsversuche zurückgewiesen und sie aus der Wohnung geworfen.

Bruch deutet auf Aufprall hin

Doch das Verwaltungsgericht glaubt ihm nicht, während die Aussagen der Frau vor der Polizei und vor der Staatsanwaltschaft schlüssig und konsistent seien. Er dagegen wirke nur schon deshalb wenig glaubhaft, weil er einerseits behaupte, er habe die Frau wegen ihrer Annäherungsversuche aus der Wohnung geworfen, den One-Night-Stand aber nicht «substanziiert» bestritten habe. Auch der SMS-Verkehr der beiden spricht gegen seine Version, ebenso ein spät aufgetauchter Entlastungszeuge, dessen Aussagen unpräzis sind.

Gegen den Mann spricht auch der Arztbericht: Das Hundebein war in einer Weise gebrochen, die auf einen starken Aufprall schliessen liess und nicht auf Hängenbleiben an einem Mäuerchen oder zwischen Steinen.

Kurz: Das Gericht weist seine Beschwerde ab. Es hält auch am Tierhalteverbot fest, denn der Mann hatte den Hund nach dem Vorfall schlecht gepflegt, trotz Anweisung der Tierärztin den Verband nicht richtig angelegt und damit die Fehlstellung des Hundebeins in Kauf genommen. Das Tierschutzgesetz schreibt aber vor, dass nur Tiere halten darf, wer es vor «Schmerzen, Leiden und Angst» bewahrt. 3000 Franken Gerichtsgebühr muss Herr A. für diesen Entscheid zahlen. Er kann ihn aber noch am Bundesgericht anfechten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.07.2017, 16:06 Uhr

Artikel zum Thema

Geld im Tram gefunden, Strafanzeige erhalten

Ein kurioser Fall einer Frau aus Zürich zeigt: Wer etwas findet, behält es besser nicht – sonst kann es teuer werden. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

TA Marktplatz

Kommentare

Die Welt in Bildern

Affentheater: Ein Kapuzineraffe begutachtet das neue Primatengehege im Zoo Servion (VD). (13. Dezember 2017)
(Bild: Jean-Christophe Bott) Mehr...