Billighotel in Pistennähe geplant

An der Flughofstrasse in Glattbrugg soll bis 2014 ein Ibis-Budget-Hotel entstehen. Ein Konkurrent hält das Vorhaben für gewagt.

Expandiert nach Glattbrugg: In Budapest steht bereits ein Ibis-Hotel in Flughafennähe.

Expandiert nach Glattbrugg: In Budapest steht bereits ein Ibis-Hotel in Flughafennähe. Bild: zvg

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Noch stehen ein Parkplatz und eine kleine Baracke auf dem Privatgrund. Doch schon bald sollen an der Flughofstrasse 45 in Glattbrugg Geschäftsleute aus aller Welt nächtigen. 240 Zimmer sind für das Ibis-Budget-Hotel vorgesehen. Zum Vergleich: Das nahegelegene Mövenpick bietet 333 Zimmer an. Ibis ist Teil der französischen Unternehmensgruppe Accor, der auch Novotel, Sofitel, All Seasons und weitere Ketten gehören.

Gestern hat die Stadtverwaltung Opfikon die Bauausschreibung des Hotelkomplexes auf ihrer Website publiziert. Die Eröffnung ist für Sommer oder Herbst 2014 vorgesehen. Realisieren wird das Hotel die Glattbrugger W. Schmid AG, die Firma des Umweltpioniers und Kompogas-Gründers Walter Schmid.

Blick in die Werfthallen

Dieser sorgt derzeit mit der Umweltarena in Spreitenbach für Aufsehen. Ein Ökoprojekt ist in Glattbrugg aber nicht geplant, sondern ein herkömmliches Business-Hotel. «Zum Zielpublikum zählen vor allem Geschäftsleute, die preiswert übernachten wollen und die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr schätzen», sagt Armin Hauser, Projektverantwortlicher der W. Schmid AG.

Schon allein der Lage wegen dürften kaum Feriengäste den Weg ins neue Hotel finden. Es sei denn, sie sind Flugzeug-Spotter. Auf der Nordseite des Gebäudes wird der Blick direkt zu den Werfthallen und dem Ende der Piste 16/34 gehen. Dank Schallschutzfenstern sollten aber alle Gäste trotz startender und landender Flugzeuge gut schlafen können. «Noch kennen wir nicht alle Auflagen, die wir zu erfüllen haben», sagt Armin Hauser. Deshalb könne er auch über das Investitionsvolumen keine Angaben machen.

Holiday Inn hat zu kämpfen

Hauser ist jedoch überzeugt, dass sich diese Investitionen lohnen werden. Das Potenzial sei trotz der vielen bereits bestehenden Hotels noch nicht ausgeschöpft. Selbst dann nicht, wenn dereinst The Circle direkt gegenüber dem Flughafengebäude eröffnet wird. In der riesigen Überbauung soll mindestens ein namhaftes Hotel untergebracht werden. Im Ibis dürften dagegen auch Gäste mit kleineren Budgets ein Bett bekommen.

Im Holiday Inn in Rümlang – ebenfalls von der W. Schmid AG realisiert und im Dezember 2009 mit 168 Zimmern eröffnet – zeigte man sich gestern überrascht von den Plänen an der Flughofstrasse. Hoteldirektor Thomas Mettler sagt: «Ich bezweifle, dass zusätzlicher Bedarf vorhanden ist. Es hat bereits viele Hotels rund um den Flughafen – auch preiswerte, wie etwa unseres.»

Dem Holiday Inn in Rümlang macht vor allem die aktuelle Wirtschaftslage zu schaffen. «Seit Anfang dieses Jahres haben wir einen massiven Rückgang an Buchungen», sagt Thomas Mettler. In den vergangenen Jahren war das Hotel noch durchschnittlich zu 85 Prozent ausgelastet. «Jetzt stehen wir bei 60 Prozent – das ist erschreckend.» Pläne, das Gebäude zu erweitern, wurden deshalb vorerst auf Eis gelegt.

Erstellt: 17.02.2012, 10:19 Uhr

Ibis

Die Hotelmarke Ibis stammt aus dem Hause Accor. Der Hotelbetreiber führt in 90 Ländern 4200 Hotels mit insgesamt 500'000 Zimmern. Accor vereint Hotelmarken wie Sofitel, Novotel, Mercure und Thalassa Sea & Spa.
Die Hotelkette Ibis besitzt 900 Häuser und mehr als 107'000 Zimmer in 48 Ländern. (pia)

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