Bortoluzzi will weitermachen

Der 67-jährige SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi möchte im Herbst nochmals zur Wahl antreten. Er will bei der Rentenreform mitreden – und stünde damit den Jungen in der Sonne.

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Seit 24 Jahren sitzt der ehemalige Schreiner aus Affoltern am Albis im Nationalrat. Jetzt will er nochmals einige Jährchen anhängen, wie er gestern einen Bericht im «Anzeiger von Affoltern» bestätigte: «Ich habe mit Parteipräsident Alfred Heer vor Weihnachten darüber gesprochen.»

Grund für den neuen Elan, den Bortoluzzi verspürt, ist die anstehende Rentenreform, die Bundesrat Alain Berset (SP) kürzlich präsentierte. Er sei weit und breit der erfahrenste Sozialpolitiker in der Partei, sagt Bortoluzzi: «Ich hätte in dieser Sache noch einiges zu sagen.» Er wolle sich aber nicht aufdrängen und nur antreten, falls die «Partei den Bortoluzzi noch braucht».

Er selbst fühlt sich für eine Fortsetzung seiner Politkarriere noch fit genug. Allerdings weiss er selber, dass seine Chancen auf eine Wiederwahl nicht besonders gross sind: «Ich werde es mit Fassung tragen, sollte es nicht klappen.»

Partei ist informiert

Alfred Heer hat Bortoluzzis Wunsch zur Kenntnis genommen, bestätigte gestern SVP-Parteisekretär Reinhard Wegelin. Ob Bortoluzzi tatsächlich nochmals antritt, ist allerdings noch nicht sicher. Erstens muss ihn zuerst die Bezirkspartei nominieren, und zweitens braucht er als über 65-Jähriger im Kantonalvorstand eine Zweitdrittelmehrheit. Selbst wenn er diese hohen Hürden nimmt, muss die SVP-Delegiertenversammlung seine Kandidatur Ende Mai noch bestätigen.

Wegelin will keine Aussagen zu Bortoluzzis Chancen machen, betont aber, dass Bortoluzzi in Bern viel geleistet habe und in der Tat der ausgewiesenste Sozialpolitiker der SVP sei.

Ebenfalls nochmals wissen will es der 67-jährige SVP-Nationalrat Hans Fehr. Er ist von seiner Bezirkspartei Bülach bereits für eine weitere Legislatur nominiert worden. Noch offen ist, wie sich der dritte SVP-Nationalrat im Rentenalter, Max Binder, entscheidet.

Konkurrent von Barbara Steinemann

Mit seiner möglichen Kandidatur dürfte Toni Bortoluzzi bei den jungen Kandidaten wenig Freude auslösen – insbesondere bei Sozialpolitikerin Barbara Steinemann, die von einem vorzeitigen Rücktritt Bortoluzzis profitieren könnte und in den Nationalrat nachrücken würde.

Im Sommer hatte Bortoluzzi landesweit für Aufsehen gesorgt, als er Steinemann als ungeeignete Nachfolgerin bezeichnete. Die junge Juristin sei keine ideale Vertreterin der Frauen, hatte der erzkonservative Bortoluzzi gesagt und selbst in der SVP für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Parteipräsident Heer hatte Bortoluzzi daraufhin in den Senkel gestellt.

Erstellt: 06.01.2015, 17:06 Uhr

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