Brände in Asylheimen: Zufall oder Anfang einer Serie?

Innert vier Tagen brannte es in zwei Asylunterkünften, die keine 20 Kilometer auseinander liegen. In Dietikon geht die Polizei von Brandstiftung aus, in Villmergen wird dies nicht ausgeschlossen.

Zwei Kellerbrände in Asylunterkünften mitten in der Nacht und in derselben Region: Villmergen (roter Punkt links) und Dietikon (rechts).

Zwei Kellerbrände in Asylunterkünften mitten in der Nacht und in derselben Region: Villmergen (roter Punkt links) und Dietikon (rechts). Bild: Google Maps

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In der Nacht auf letzten Freitag brannte es in der Asylunterkunft Villmergen AG, in der Nacht auf Dienstag in jener Dietikons. Die Parallelen sind augenfällig: Beide Male brach das Feuer im Keller aus, beide Male zwischen 1.30 und 2.30 Uhr. Und die beiden Asylzentren sind weniger als 20 Kilometer voneinander entfernt. Zufall oder nicht?

In Dietikon geht die Kantonspolizei Zürich mittlerweile von Brandstiftung aus, wie Sprecher Daniel Schnyder eine Meldung von «NZZ online» bestätigt. So weit ist man im Aargau noch nicht. «Ein technischer Defekt kann ausgeschlossen werden», sagt Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Ob der Brand absichtlich gelegt oder fahrlässig verursacht wurde, sei aber noch unklar.

Keine verstärkte Beobachtung

Einen Zusammenhang zwischen den Bränden sehen beide Polizeikorps nicht. «Wir haben keine Hinweise auf eine Serie», so Schnyder. Drohungen oder Bekennerschreiben seien ihm keine bekannt, sagt Pfister. Beide Polizeisprecher sehen deshalb auch keinen Anlass, die Asylunterkünfte der Region verstärkt zu beobachten.

Die Firma ORS, welche die Asylbewerber in Dietikon betreut, ist in erster Linie froh, dass niemand verletzt wurde. Nun gehe es darum, den in der Liegenschaft lebenden Menschen so rasch als möglich die Rückkehr in ihr Zuhause zu ermöglichen, sagt Sprecher Roman Della Rossa. Besondere Sicherheitsvorkehrungen trifft die ORS nicht. «Solange wir nicht absolut sicher sind, was bei Bränden jeweils die Brandursache ist, bleibt es schwierig, über konkrete Massnahmen zu sprechen.»

(pu)

Erstellt: 21.01.2015, 16:02 Uhr

Beim Brand in Dietikon gabs keine Verletzten. (Bild: Kantonspolizei Zürich)

Artikel zum Thema

Brand in Asylunterkunft

Heute früh hat es im Kellergeschoss der Asylunterkunft in Dietikon gebrannt. 21 Asylbewerber mussten evakuiert werden. Brandstiftung ist nicht auszuschliessen. Mehr...

Asylunterkunft geht in die Verlängerung

Weil sich der Bau einer Wohnsiedlung verzögert, will die Asyl-Organisation Zürich das Areal im Kreis 11 bis 2017 zwischennutzen. Die Standortsuche für Containersiedlungen ist schwierig, wie ein Fall in Seebach zeigt. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Mit CallDoc clever und flexibel versichert

Lassen Sie sich rund um die Uhr medizinisch beraten – und sparen Sie dabei! Profitieren Sie vom Prämienrabatt der Grundversicherung. Jetzt Offerte anfordern.

Blogs

Beruf + Berufung Wo digitale Nomaden der Einsamkeit entkommen

Geldblog PK-Vorbezug: Bedenken Sie die Folgen!

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...