Rote Fabrik: Feuer nach Stunden unter Kontrolle

In der Roten Fabrik in Zürich ist ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr ist mit einem Grossaufgebot vor Ort. Die Flammen hielten sie vier Stunden lang auf Trab. Der Einsatz dauerte jedoch viel länger.

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Heute Freitagmorgen brach kurz nach 9 Uhr in der Roten Fabrik ein Feuer aus. Die Flammen halten seither ein Grossaufgebot von Schutz & Rettung Zürich auf Trab.

Eine starke Rauchentwicklung sei von einem Zimmer im oberen Stock ausgegangen, sagte Roland Portmann, Mediensprecher von Schutz & Rettung, auf Anfrage. Alle im Haus anwesenden Personen hatten die Gebäude bereits vor Eintreffen der Feuerwehr verlassen. Es gibt keine Verletzten.

«Eine wahnsinnig schöne Geste»

Den Tränen nahe mussten die Künstler zusehen, wie sich die Flammen über ihre Kunstwerke hermachten. Sandra Boeschenstein arbeitet in einem der betroffenen Ateliers. Sie war nicht zugegen, als der Brand ausbrach, reiste, als sie davon hörte, aber sofort her. Wie sie gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagte, habe sie die Feuerwehrleute gefragt, ob sie für sie zumindest ihre Arbeitsmappe mit einigen ihrer Werke aus dem Gebäude holen könnten. Die Feuerwehr kam ihrer Bitte nach. «Ich finde das eine wahnsinnig schöne Geste. So ist wenigsten ein kleiner Teil meiner Arbeit gerettet.»

Das Atelier des Malers Tom Fellner ist zwar nicht betroffen, das Leid der anderen Künstler geht ihm jedoch nahe: «Für mich wäre es weniger tragisch, wenn die Wohnung brennen würde. Es gibt hier Leute, deren gesamte künstlerische Arbeit vernichtet wurde.»

Die Feuerwehr hatte Schwierigkeiten, ins betroffene Stockwerk vorzudringen. Die Rauchentwicklung habe die Sicht massiv eingeschränkt, so Portmann. Schutz & Rettung hatte nachalarmieren müssen, es waren 50 Feuerwehrleute im Einsatz. Laut Portmann handelte es sich um einen Schwelbrand, den die Feuerwehrleute zwar unter Kontrolle, jedoch noch nicht vollständig gelöscht haben. Der Einsatz sei kompliziert, weil die Feuerwehrleute die Holzböden einzeln aufreissen müssten, um die Glutnester zu finden. Dies tun die Männer in Handarbeit und mit der Kettensäge.

Weil die Böden jederzeit einbrechen könnten, ist nach wie vor grösste Vorsicht geboten. Die Ausrüstungen der Feuerwehrleute wiege um die 20 Kilo. «Dies und der starke Rauch machen es den Feuerwehrmännern unmöglich, länger als 20 Minuten im Gebäudeinneren zu arbeiten», sagt Portmann. Daher müssen die Einsatzkräfte ständig ausgetauscht werden. Portmann geht davon aus, dass die Einsatzkräfte bis in die Abendstunden vor Ort sein werden.

Auch die Brandermittler der Kantonspolizei waren bei der Roten Fabrik im Einsatz. Laut Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei, gehe man nach ersten Erkenntnissen aber nicht von Brandstiftung aus. Die Sperre der Seestrasse habe zudem ein riesiges «Verkehrspuff» verursacht.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.05.2012, 10:06 Uhr

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