Brandstiftung auf PJZ-Baustelle

Der Trafobrand von heute Nacht war die Folge eines Anschlags auf die Baustelle des neuen Justizzentrums im Zürcher Kreis 4. Es entstand Schaden von über 200'000 Franken.

Schwieriger Grosseinsatz heute Nacht in der Hohlstrasse.

Schwieriger Grosseinsatz heute Nacht in der Hohlstrasse. Bild: Schutz & Rettung Zürich

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Um 2.43 Uhr am frühen Montagmorgen wurde Schutz & Rettung Zürich alarmiert, dass an der Ecke Hohl-/Zypressenstrasse vier Baucontainer brannten. Darauf rückte der grosse Löschzug der Berufsfeuerwehr aus und musste feststellen, dass eine Mittelspannungstrafostation des Elektrizitätswerks (EWZ) brannte. Es kam zu mehreren explosionsartigen Vorfällen.

«Der Einsatz war feuerwehrtechnisch deshalb anspruchsvoll», berichtet Ivo Bähni, Sprecher von Schutz & Rettung. Verletzt wurde niemand, doch waren 1115 EWZ-Anschlüsse während zwei Stunden ohne Strom. Kurzzeitig fiel auch der VBZ-Verkehr zwischen Stauffacher und Hardplatz wegen des Feuerwehreinsatzes aus.

Waren es Autonome?

In einer Mitteilung schreibt nun die Stadtpolizei Zürich, dass die Baustelle des Polizei- und Justizzentrums (PJZ) betroffen war. Ersten Abklärungen der Brandermittler der Kantonspolizei, von Detektiven der Stadtpolizei Zürich sowie des Forensischen Instituts Zürich zeigten, dass von einem Brandanschlag ausgegangen werden müsse. Im Einsatz standen auch zwei Brandmittelspürhunde der Kantonspolizei. Der Sachschaden belaufe sich aufgrund von ersten Schätzungen auf über 200‘000 Franken.

Ob eine linksextreme Gruppierung hinter dem Anschlag steckt, ist noch offen, die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei, hat keine Kenntnis eines Bekennerschreibens, wie er zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt. In der Vergangenheit tauchten Bekennerschreiben erst mit einer gewissen Zeitverzögerung auf, fügt Cortesi hinzu.

Spatenstich war vorletzte Woche

Der Spatenstich für den 570-Millionen-Bau, in dem zahlreiche Abteilungen der Justiz und der Polizei zentralisiert werden sollen und ein Gefängnis entstehen soll, war erst vorletzte Woche in Anwesenheit der drei Regierungsratsmitglieder Mario Fehr (SP), Jacqueline Fehr (SP) und Markus Kägi (SVP) erfolgt. Der Bau des PJZ war stark umstritten, der Kredit von der SVP, GLP, Grünen und AL bekämpft worden. Die Stimmbürger aber sagten 2003 und 2011 in Volksabstimmungen Ja zum PJZ.

Die Polizei sucht Zeugen: Wer rund um die Grossbaustelle des PJZ an der Hohlstrasse 150 zwischen 2 und 3 Uhr Verdächtiges gesehen hat, solle sich bei der Stadtpolizei melden (Tel. 0 444 117 117).

Hier der Tweet vom EWZ:

Das Bild eines Anwohners: Can Kgil/Twitter

Und der Tweet von Schutz & Rettung:

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.07.2017, 07:38 Uhr

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