Bund will Abwasserwärme besser nutzen – Zürich machts vor

Die Nutzung von Wärme aus Abwasser hat grosses Potenzial. Zürich nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein: Vor 30 Jahren wurde die erste Anlage in Betrieb genommen. Drei weitere befinden sich im Bau.

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Schweizweit sollen laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Bundesamts für Energie gut 600'000 Einwohner mit Energie aus Abwasser versorgt werden können. Heute werde allerdings erst ein Bruchteil dieses Potenzials genutzt. Erfreulich ist hingegen die Situation im Kanton Zürich. Laut Hansruedi Kunz, Leiter der Abteilung Energie beim AWEL, nehme der Kanton Zürich eine Vorreiterrolle in der Schweiz ein. «Einerseits werden über die kantonalen und kommunalen Energieplanungen die Voraussetzungen für solche Abwärmenutzungen geschaffen. Andererseits haben wir mit EKZ und EWZ zwei Werke die aktiv Projekte in diesem Bereich realisieren.»

Gewässer und Atmosphäre profitieren

Alleine die EKZ betreiben mittlerweile 20 grosse Energiezentralen mittels Wärmepumpen unter der Nutzung von ARA Abwärme, erklärt Priska Laïaïda, Mediensprecherin der EKZ. Drei weitere befinden sich im Bau. Die älteste Anlage der Schweiz ist laut Kunz die Wärmenutzung aus dem gereinigten Abwasser der ARA Zumikon, die vor rund 30 Jahren realisiert wurde. Eine der ersten Anlagen, die die Wärme des ungereinigten Abwassers nutzt, ist die Pilotanlage des EWZ in Wipkingen. Seit 1999 versorgt sie 940 Wohnungen mit Wärme für Heizungs- und Warmwasser. Damit können laut dem EWZ jährlich 1500 Tonnen CO2 eingespart werden. Zusätzlich senke sich der Ausstoss an Stickoxiden. Ein weiterer Nutzen für die Umwelt liegt in der Abkühlung des gereinigten Abwassers vor der Rückleitung in die Gewässer. Insbesondere Fliessgewässer werden so im Sommer nicht noch zusätzlich erwärmt.

Die Gewinnung von Wärme aus Abwasser ist zwar technisch aufwendig, werde laut Kunz jedoch ab einem Heizölpreis von 100 Franken/100 Liter Heizöl in dichten Baugebieten interessant. Der Bau der Anlagen wird zudem aus dem Förderprogramm Energie des AWEL unterstützt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.10.2008, 16:29 Uhr

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