Bundesgericht: Volle Unigebühr auch im Praktikumsjahr

Zürcher Medizinstudierende müssen auch während ihrem Praktikumsjahr die volle Semestergebühr von 720 Franken zahlen.

Ein Medizinstudent ist vor Bundesgericht abgeblitzt: Das Hauptgebäude der Zürcher Universität.

Ein Medizinstudent ist vor Bundesgericht abgeblitzt: Das Hauptgebäude der Zürcher Universität. Bild: Keystone

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Laut Bundesgericht haben Medizinstudenten auch während ihres Praktikums die volle Studiengebühr zu berappen. Dabei berücksichtigten die Richter, dass die universitäre Ausbildung einer Ärztin oder eines Arztes den Staat gesamthaft fast 500'000 Franken kostet.

Im fünften Jahr des Humanmedizinstudiums an der Uni Zürich müssen künftige Ärzte ein mindestens neunmonatiges Praktikum absolvieren. Ein Student hatte vor Bundesgericht verlangt, während diesem sogenannten Wahlstudienjahr die Semestergebühr von normalerweise 720 Franken auf maximal 150 Franken zu beschränken.

Keine Vorlesungen

Zur Begründung argumentierte er, dass die Universität mit den Medizinstudierenden in dieser Zeit so gut wie keinen Aufwand habe, da sie keine Lehrveranstaltungen besuchen und keine Einrichtungen der Uni benutzen würden. Die Forderung des vollen Betrages verletze das Gebot der Ausgewogenheit von Gebühr und staatlicher Leistung.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde des Studenten nun abgewiesen. Laut Gericht darf das Wahlstudienjahr als obligatorischer Teil des Gesamtstudiums nicht isoliert betrachtet werden. Studierende kämen nie in die Situation, alleine für das Praktikumsjahr Semestergebühren zahlen zu müssen.

Gesamtkosten gegenüberstellen

Für das Verhältnis von Gebühr und Gegenleistung dürfe vielmehr das gesamte Medizinstudium von zwölf Semestern betrachtet werden, das den Staat für jede Absolventin und jeden Absolventen 490'000 Franken koste. Die in diesem Zeitraum anfallenden Studiengebühren von total 8'660 Franken würden deutlich unter diesem Betrag liegen.

Auch das Gebot der Rechtsgleichheit sei nicht verletzt. Würde man hier den Argumenten des Beschwerdeführers folgen, müsste die Gebühr nach Massstab der im Einzelfall bezogenen Leistungen erfolgen. Dann aber hätten Medizinstudierende deutlich mehr als die Absolventen anderer, kostengünstigerer Studienrichtungen bezahlen. (Urteil 2C_1132/2012 vom 13. Mai 2013) (pia/sda)

Erstellt: 30.05.2013, 13:59 Uhr

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