Chinaseuche rafft in Zürich Kaninchen dahin

Im Kanton Zürich ist eine gefährliche Viruskrankheit bei Kaninchen ausgebrochen. Ein Züchter ist verzweifelt.

Das Veterinäramt empfiehlt, vorderhand keine Kaninchenausstellungen durchzuführen.

Das Veterinäramt empfiehlt, vorderhand keine Kaninchenausstellungen durchzuführen. Bild: Keystone

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Bei der viralen hämorrhagischen Kaninchenkrankheit (VHK) handelt es sich um eine meldepflichtige Tierseuche, die auch unter dem Namen Chinaseuche bekannt ist. Die Krankheit war 1984 in China zum ersten Mal festgestellt worden und breitete sich später nach Westen aus. 2001 ist die Seuche in einigen Schweizer Kantonen aufgetreten. Angesteckte Kaninchen sterben qualvoll an inneren Blutungen.

Die Krankheit ist in den letzten Wochen in den Kantonen Zürich und Wallis vom Veterinäramt Zürich diagnostiziert worden. Es handelt sich dabei um einen neuen Typus der bereits bekannten VHK. Dieser Krankheitstypus ist vor einigen Jahren in Portugal aufgetreten und dann via Spanien und Frankreich in die Schweiz verschleppt worden.

Äusserst robust

Das Virus ist ausserordentlich widerstandsfähig. Es überlebt beispielsweise bis zu hundert Tage auf einer Regenjacke. Deshalb wolle man darauf hinwirken, dass in den kommenden Wochen im Kanton Zürich keine Kaninchenausstellungen durchgeführt würden, schrieb das Veterinäramt kürzlich in einem Newsletter für Tierärzte.

Die Erkrankungs- und Todesrate ist bei diesem neuen Krankheitstypus noch höher als beim Vorgänger, sie liege annähernd bei hundert Prozent bei einem betroffenen Bestand. Der bereits existierende Impfstoff würde beim neuen Krankheitstyp aber nicht hundertprozentig wirken.

«Habe alle 65 Kaninchen verloren»

Ausgebrochen ist die Krankheit etwa beim Kaninchenzüchter Clemens Klingler im Frankenbühl in Zürich-Höngg. «Innerhalb einer Woche sind mir 65 Kaninchen weggestorben», sagt er traurig. Nur drei hätten überlebt, da sie sich in einem anderen Stall befunden hätten. So etwas habe er in seiner 60-jährigen Tätigkeit als Kaninchenzüchter noch nie erlebt. Jeden Morgen habe er tote Tiere zur Kadaversammelstelle bringen müssen.

Im Quartierhof Höngg, einem Hof mit Kleintieren für Kinder und Familien, hat man sich auf die Krankheit vorbereitet. Die Betreiber und Besucher werden auf einem Aushang auf folgende Sicherheitsvorkehrungen aufmerksam gemacht:

  • Die Ställe dürfen nur von den Hasenbesitzern betreten werden
  • Kein Kontakt zu anderen Kaninchen
  • Hasen in der Scheune nicht freilassen
  • Keine Besucher in die Scheune lassen

Laut Kantonstierärztin Regula Vogel hat man verschiedene Krankheitsmeldungen erhalten, diese seien aber nur die Spitze des Eisberges. Wichtig sei, dass die Kaninchenzüchter auf die beliebten Frühjahrsschauen verzichteten und die Hygienemassnahmen ernst nähmen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.05.2016, 11:01 Uhr

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