Das ist keine Aufforderung zum Ausbau

Die Zürcher wollen von einem Ausbau-Stopp am Flughafen nichts wissen. Damit haben sie sich alle Möglichkeiten offen gelassen - nicht mehr und nicht weniger.

Offene Zukunft: Das Stimmvolk hat die Initiative von 42 Gemeindevertretern bachab geschickt.

Offene Zukunft: Das Stimmvolk hat die Initiative von 42 Gemeindevertretern bachab geschickt. Bild: Keystone

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Das Volk denkt zukunftsgerichteter als seine Vertreter in den Exekutiven. Das steht nach dem heutigen Resultat zum Flughafen-Ausbaustopp fest. Mit 58,78 Prozent Nein-Stimmen fällt es deutlicher aus als es Gegner und Befürworter erwartet haben. Beide wagten im Vorfeld dieser Abstimmung nur eine Prognose: «es wird knapp».

Denn während der Kantonsrat die Initiative befürwortete, lehnte sie der Regierungsrat ab. Und nicht weniger als 42 Stadt- und Gemeinderäte hatten vor genau fünf Jahren eine Behördeninitiative eingereicht und unterstützen diese Vorlage. Sie verlangten damit die Änderung des Flughafengesetzes, und dass sich der Kanton gegen Aus- oder Neubauten der Pisten einsetzt. Diesen 42 Exekutiven haben aber die Stimmbürger heute die Schützenhilfe entsagt.

Mitspracherecht nicht verwirkt

Die Swiss ist der Meinung, dass die Stimmbürger ein Bekenntnis für Perspektiven im Luftverkehr abgegeben haben. Tatsächlich hat sich das Volk damit aber nicht für einen Pisten-Ausbau ausgesprochen. Es hat vielmehr weitsichtige Verantwortung übernommen: Die Zürcher wollen sich nichts verbauen. Mit dem Nein zu beiden Vorlagen halten die Stimmberechtigten den künftigen Entwicklungen alle Türen offen.

Der Bund kann nun die raumplanerischen Arbeiten am Flughafen abschliessen. Er legt dabei die Bedingungen fest, an welche sich die Flughafenbetreiberin zu halten hat. Das Volk verwirkt mit dem heutigen Entscheid sein Mitspracherecht noch lange nicht. Sollte der Flughafen Zürich tatsächlich seine Pisten ausbauen, haben die Zürcher bei den konkreten Plänen ein Wörtchen mit zu reden. Nun obliegt es dem Bund mit dem Entscheid des Stimmvolks sorgfältig umzugehen.

Erstellt: 27.11.2011, 17:57 Uhr

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