Das monumentale Klangspektakel «The Wall» ist in Zürich angekommen

250 Personen haben das Hallenstadion am Sonntag innerhalb von acht Stunden für das Rock-Meisterwerk vorbereitet. Selbst für Organisator Good News ist der betriebene Aufwand «aussergewöhnlich».

Das Team arbeitet ohne Hast, aber zielstrebig: Im scheinbaren Chaos von Kabeln, Bühnenelementen, Technik und Lautsprechern herrscht Ordnung.

Das Team arbeitet ohne Hast, aber zielstrebig: Im scheinbaren Chaos von Kabeln, Bühnenelementen, Technik und Lautsprechern herrscht Ordnung. Bild: Doris Fanconi

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«The Wall» ist 32 Jahre und drei Monate nach seiner Uraufführung in Los Angeles endlich in Zürich angekommen. Roger Waters, der das Werk als Mitglied von Pink Floyd Ende der 70er-Jahre praktisch im Alleingang schrieb, wird in Zürich das 100. Konzert der laufenden Tournee geben. 27 Trucks transportierten das Material noch in der Nacht auf Sonntag von Mannheim nach Zürich. In sechs Nightliners folgte die 100-köpfige Crew, der 130 Leute von Good News zur Hand gingen.

Enormer technischer Aufwand

Der technische Aufwand ist ernorm. Lady Gaga habe zwar mehr Material gehabt, sagt Good-News-Mediensprecher Marc Reinhardt. Aber in der technischen Komplexität ist Roger Waters Mauer-Singspiel unerreicht – «auch für uns aussergewöhnlich», sagt Reinhardt, der die Aufbauarbeiten immer wieder fotografiert.

Ein Truck nach dem andern fährt direkt ins Hallenstadion, wird routiniert ausgeladen. Chris, Produktionsleiter der Tournee, weiss, dass die Bühne 33 Meter breit und 10 Meter tief ist. Er weiss, dass etwa 100 Scheinwerfer installiert werden. Wie viele Kilometer Kabel verlegt werden, weiss er nicht. «Mehr als sich irgendjemand vorstellen kann», sagt er lächelnd. Der 48-Jährige hätte «The Wall» 1980 gerne in New York gesehen. Obwohl er in der Nähe wohnte, ergatterte er kein Ticket. Jetzt hat er die Show «häufiger gesehen, als ich in meinem Leben Geburtstag hatte».Im scheinbaren Chaos von Kabeln, Bühnenelementen, Technik, Lautsprechern und Figuren herrscht Ordnung. Ohne Hast, aber zielstrebig arbeitet das Team. Die einzelnen Elemente sind handgefertigt. Sie greifen wie im Baukastensystem ineinander. Jeder Handgriff sitzt. Kein Wunder: Vor Tourneestart übte die Crew sechs Wochen lang – Maueraufbau, Mauerabbau. Es ist kaum vorstellbar: Innerhalb von acht Stunden wird alles dort stehen, wo es stehen muss. Und am späten Dienstagabend wird innerhalb von drei Stunden wieder alles in den Trucks verstaut und auf dem Weg nach Hamburg sein.

Mauer statt Schnecke

Good-News-Produktionsleiter Kurt Bucher, der sich am Konzert in Mailand ein Bild davon machte, «was uns hier erwartet», musste ein 30-seitiges Produktionshandbuch studieren. Es gab ein paar kleinere Probleme, aber sie konnten gelöst werden. Einzig «the wall» hätte er wegen eines Notausgangs gerne um 1,2 Meter verkürzt. Doch dafür hatte Chris kein Gehör. Die Mauer muss 80 Meter breit und 12 Meter hoch sein.

Die monumentale Mauer war Anfang der 80er-Jahre auch ein Grund, weshalb das erfolgreichste Doppelalbum der Geschichte nur in Los Angeles, New York, London und Dortmund aufgeführt wurde. An eine richtige Tournee war nicht zu denken. «Für kurze Zeit wurde das Konzept einer riesigen aufblasbaren Schnecke für Bühne und Publikum diskutiert, aber zum Glück für Designer, Team, Band und Sicherheitsexperten niemals verwirklicht», schrieb Drummer Nick Mason in seinen Memoiren. Heute besteht die Mauer aus etwa 400 quaderförmigen, zusammenlegbaren Bausteinen aus Pappe, jedes Teil 2,5 Kilo schwer. Die ganze Mauer wiegt etwa 1 Tonne. Sie ruht auf einer Reihe von Kippern, die beim Einsturz nach innen oder aussen gekippt werden können. Die Zuschauer in den ersten Reihen werden ein eindrückliches Erlebnis haben. Während die Band vor 30 Jahren durch einen Stahlkäfig geschützt war, genügt heute ein Schutzdach.

Es gibt noch Restkarten

Bleibt zu hoffen, dass Quadrofonie, Laserprojektionen, Ton und Licht funktionieren. Als Roger Waters 2007 letztmals im Hallenstadion gastierte, stürzte die aufblasbare Sau ab. Wenns nur das wäre: Bei der Premiere am 7. Februar 1980 entzündete die Eröffnungsexplosion einen Vorhang, das Konzert musste unterbrochen werden.

Für heute und morgen hat es noch ein paar wenige Plätze mit eingeschränkter Sicht – 70 Franken das Stück. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.06.2011, 23:12 Uhr

(Bild: Doris Fanconi)

(Bild: Doris Fanconi)

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