Das sind Zürichs Vorbild-Bauten

Eine namhafte Stiftung zeichnete die gelungensten Gebäude des Kantons aus. Wohin die Hauptpreise gehen.

Preisträger: Der Ausbau des Bahnhofs Oerlikon gehört zu den Prämierten, aber nicht zu den drei Besten.

Preisträger: Der Ausbau des Bahnhofs Oerlikon gehört zu den Prämierten, aber nicht zu den drei Besten. Bild: Doris Fanconi

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93 Bauten, die zwischen 2016 und 2018 fertiggestellt wurden, bewarben sich um den Architekturpreis des Kantons Zürich, der alle drei Jahre vergeben wird. Neunzehn kamen in die engere Wahl und wurden von der Fachjury vor Ort besichtigt. Sechzehn wurden nominiert, sieben kamen schliesslich in die Kränze.

Heute Abend präsentierte die Jury im Toni-Areal die Prämierten. Drei Preisträger erhalten eine Auszeichnung, die mit einem Betrag von je 10'000 Franken dotiert ist. Die Hälfte des Geldes geht an die Architekten, die andere Hälfte an die Bauherrschaft. Weitere vier Teams erhalten eine Anerkennung.

Die drei Auszeichnungen gehen an die Wohnüberbauung Hagmannareal in Winterthur, an die Erweiterung und Sanierung der Schulanlage Halden im Opfiker Stadtteil Glattbrugg und an das Wohnhaus Waldmeisterweg in Zürich-Unterstrass.

Die Wohnüberbauung Hagmannareal sieht so aus: Architektur: ARGE Hagmannareal, Weberbrunner und Soppelsa Zürich, Bauherrschaft: Fritz Hagmann. Foto: Andrea Helbling

Laut dem Juryvorsitzenden und stellvertretenden Kantonsbaumeister David Vogt ist dabei besonders positiv aufgefallen, dass die private Bauherrschaft bezahlbaren Wohnraum und eine gute Durchmischung vor die optimale Rendite stellte. Auch wurden einzelne bestehende Bauten, so etwa eine alte Schreinerei, integriert, womit die Geschichte des Areals nicht einfach ausgelöscht ist.

Bei der Schulanlage Halden lobt die Jury die Schönheit des Gebäudes: Architektur: Guignard&Saner Zürich, Bauherrschaft: Stadt Opfikon. Foto: Andrea Helbling

Laut Vogt überzeugte hier das optisch sehr schöne Gebäude, allem voran auch der Innenausbau mit der «hochspannenden» Treppenanlage. Interessant sei zudem die Anordnung der Klassenzimmer, welche bereits rein architektonisch die Durchlässigkeit und Zusammenarbeit fördere.

Das Wohnhaus Waldmeisterweg sei ein gutes Beispiel für wohnliche Verdichtung, befand die Jury: Architektur: Lütjens Padmanabhan Zürich, Bauherrschaft: Stiftung PWG, Zürich. Bild: Andrea Helbling

Zuerst fällt laut Vogt der eigenwillige Grundriss auf, dann – trotz Grösse – die gelungene Integration ins Quartier. Zudem überzeugte die Jury die Raumeinteilung der Wohnungen, die teilweise neue Wege beschreite. So wurden etwa die Waschküchen zusätzlich als Begegnungsraum konzipiert. Auch gebe es kaum ungenutzte Flächen, womit die Wohnungen, obwohl preisgünstig, vom Platz her grosszügig seien. «Dieses Wohnhaus ist ein gutes Beispiel dafür, dass einem innere Verdichtung keine Angst machen muss», sagt Vogt.

Bahnhof Oerlikon und Freilager

Anerkennungen gingen an folgende vier Bauten:
Ausbau Bahnhof Oerlikon Architektur: 10:8 Architekten Zürich, Bauherrschaft: SBB und Stadt Zürich, Tiefbauamt. Foto: Andrea Helbling

Genossenschaftshäuser Flarzett, Elsau Architektur: Staufer&Hasler Frauenfeld, Bauherrschaft: GWG Winterthur. Foto: Andrea Helbling

Erweiterung Schulhaus Krämeracker in Uster Architektur: Boltshauser Zürich, Bauherrschaft: Primarschulpflege Uster. Foto: Andrea Helbling

Freilager Albisrieden, Zürich Architektur: Städtebauliches Leitbild und Masterplan von Marcel Meili und Markus Peter, Bauten: Rolf Mühlethaler Bern, Office Haratori Zürich mit Office Winhov Amsterdam, Marcel Meili, Markus Peter, Bauherrschaft: Freilager AG Zürich. Foto: Andrea Helbling

Die Stiftung für die Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zürich will das Bewusstsein für die Baukultur fördern und die öffentliche Diskussion über das Bauen anregen. So schreibt sie in ihrer heutigen Medienmitteilung. Träger sind der Kanton mit der Baudirektion, die Zürcher Kantonalbank sowie die Ortsgruppen Zürich des Bundes Schweizer Architekten und des Schweizerischen Werkbundes.

Informationen zu den Projekten ab morgen Mittwoch, 12 Uhr, unter www.architekturpreis.ch. Ausstellung zu allen eingereichten Projekten in der Eingangshalle des Toni-Areals bis 15. Dezember.

Erstellt: 10.12.2019, 19:28 Uhr

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