Dem Storchennest mit der Drohne auf der Spur

Erstmals brütet mitten in der Stadt Uster ein Storchenpaar. Ein Fotograf spürte die Vögel auf – und die Eier.

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In der Vergangenheit hatten sich immer wieder Störche auf dem Kamin beim Bahnhof Uster niedergelassen, zu einer Brut war es aber nie gekommen. Anfang Jahr hat nun ein Paar auf dem Holzrost ein Nest gebaut und brütet jetzt drei Eier aus. Der Ustermer Fotograf Markus Heinzer hat mit einer Drohne das Storchenpaar aus der Luft fotografiert; dabei konnte die Eierzahl bestimmt werden. Ein Experte von Storch Schweiz hat die Nummern der beringten Vögel mit einem Fernrohr abgelesen und eruiert: Das Paar hat die letzten beiden Jahre in Maur gebrütet, aber ohne Erfolg.

Dass es nun in Uster klappt, freut vor allem Elsbeth Hürlimann. Die ehemalige SVP-Gemeinderätin und medizinische Praxisassistentin wohnt vis-à-vis des Kamins und sieht von ihrer Dachterrasse auf das Nest. Der 57-Jährigen ist es zu verdanken, dass in Uster wieder Störche brüten. Sie hat vor Jahren den Vorschlag gemacht, auf dem Kamin ein Wagenrad als Horstunterlage zu installieren. Denn es liessen sich immer wieder Störche auf dem Kamin nieder, dessen Öffnung mit einem Blechdeckel verschlossen war. Der Nestbau funktionierte aber nicht, da der Wind die Äste wegblies.

Holzrost auf dem Kamin

Ein Anruf bei Storch Schweiz lehrte sie aber eines Besseren: Nicht ein Wagenrad, sondern ein Holzrost solle auf dem Kamin montiert werden, dann würde es sicher gehen. Mit dem Einverständnis der Genossenschaft Lokremise und der Denkmalpflege wurde im März 2007 der 2500 Franken teure Rost montiert. Das Geld kam nach einem Aufruf in der Lokalzeitung in kürzester Zeit zusammen. Es dauerte aber noch sieben Jahre, bis es zu einer Brut kam, obwohl Störche regelmässig auf der Plattform übernachteten.

Der Weissstorch befindet sich im Kanton Zürich im Aufwind. Laut der Schweizerischen Vogelwarte halten sich im Kanton knapp 60 Brutpaare auf. 15 Paare leben frei im Zürcher Zoo. Auch landesweit hat der Bestand kräftig zugenommen. 368 Brutpaare brüteten im letzten Jahr. Eine Erfolgsgeschichte, die vor über 60 Jahren im solothurnischen Altreu mit dem Wiederansiedlungsprojekt des «Storchenvaters» Max Bloesch ihren Anfang nahm. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.03.2014, 17:26 Uhr

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