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Demonstration eskaliert vor dem Zürcher Rathaus

Nach dem Ja zur Ausschaffungsinitiative flammten in Zürich Proteste auf. Rund 2000 Personen zogen durch die Innenstadt – bis die Polizei den Umzug mit Tränengas und Gummischrot beschoss.

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Aufgeheizt war die Stimmung schon bald, nachdem sich die Demonstranten am Helvetiaplatz versammelten. Doch erst nachdem die rund 2000 Personen quer durch die gesamte Innenstadt gezogen waren, kam es vor dem Rathaus zu ersten Scharmützeln zwischen der Polizei und den Demonstranten. Während die Demonstranten Flaschen gegen das Zunfthaus zur Zimmerleuten warfen, begann die Polizei den Umzug mit Tränengas und Gummischrot zu beschiessen. Der Marsch löste sich auf und es begann während einiger Minuten ein Katz- und Mauspiel zwischen Einsatzkräften und kleineren Gruppen von Demonstranten.

Begonnen hatte der Umzug friedlich. Mobilisiert durch die Annahme der Initiative begaben sich ab 20 Uhr mehrere Hundert Personen zum Helvetiaplatz. Ersten Schätzungen zufolge versammelten sich rund 2000 Initiativgegner – eine Minderheit der Initiativgegner war vermummt, feuerte Böller und skandierte die Parole der linksautonomen Szene «Hoch mit der internationalen Solidarität».

Marsch vom Kreis 4 bis zum Opernhaus

Nach einem Marsch durch den Stadtkreis 4 sind die Demonstranten kurz vor 21 Uhr in der Innenstadt angekommen. Sie zogen über die Bahnhofstrasse bis zum Opernhaus und anschliessend wieder zurück Richtung Bahnhof. Geendet hat die Demonstration um 23 Uhr am Helvetiaplatz – wo die Rädelsführerin der linksautonomen Szene Andrea Stauffacher den Umzug als Erfolg bezeichnete.

Es kam früh zu ersten Sachbeschädigungen. Bei einem Tabakgeschäft am Bahnhofplatz wurden die ersten Scheiben eingeschlagen – auf dem Weg Richtung Bellevue folgten weitere. Beim Gebäude der «Neuen Zürcher Zeitung» schliesslich gingen die meisten Scheiben im Erdgeschoss in Bruch. Das frisch renovierte Zunfthaus zur Zimmerleuten nahmen die Demonstranten gleich zweimal ins Visier. Auf dem Hinweg zündeten sie einen Christbaum an und warfen Mobiliar um, auf dem Rückweg bewarfen sie das Gebäude mit Flaschen – daraufhin löste die Polizei den Umzug mit Tränengas, Gummischrot und Wasserwerfern auf.

Polizei: «Begleitet und überwacht»

Die Polizei hat lange nicht eingegriffen, sondern liess den Marsch durch die Innenstadt gewähren. Gegenüber Tagesanzeiger.ch wollte sich der Sprecher Marco Bisa nicht dazu äussern, ob die Polizei mit ihrer Zurückhaltung eine Eskalation vermeiden wollte – oder sie wie im Februar dieses Jahres von den Demonstranten düpiert worden ist. «Wir haben die Demonstration mit dem entsprechenden Mannschaftsaufgebot von Anfang an begleitet und überwacht», sagt Bisa.

Angekündigt wurde die Demonstration auf Internetseiten linksautonomer Gruppierungen bereits vergangene Woche als «Demonstration gegen Rassismus und die Ausschaffungsinitiative der SVP». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.11.2010, 21:07 Uhr

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