Der Junge unter dem Lastwagen und das «Luusmeitli»

Am kommenden Montag ist Schulbeginn. Plakate sollen die Fahrer zur Vorsicht mahnen. Früher wählte man dafür drastische Motive.

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Am 23. August gehen 22 000 Kinder im Kanton Zürich erstmals zur Schule. Fahrzeuglenker sollten sich deshalb auf der Strasse besonders vorsichtig verhalten. Es gilt folgende Regeln zu beachten: Das Fahrzeug in drei bis fünf Meter Abstand vom Kind bis zum Stillstand anhalten. Den Kindern keine Zeichen geben, weil sie sonst über die Strasse laufen, ohne sich zu vergewissern, ob Gegenverkehr naht. Ausserdem sollten Automobilisten geduldig sein. Ein Kind braucht am Anfang bis zu 10 Sekunden, um sich zu entscheiden, ob die Strasse sicher überquert werden kann.

Missverständnisse ausräumen

Die Polizei stellt deshalb in der Nähe von Schulhäusern Plakate auf, um die Autofahrer zu sensibilisieren. «Gäll, du haltisch für mich aa», fragt ein junges Mädchen mit rotem «Luusmeitli»-Shirt auf dem Plakat.

Weil es häufig zu Missverständnissen zwischen Kindern und Fahrzeuglenkern kommt, hat die Polizei auch entsprechende Filmsequenzen produzieren lassen. Sie werden bei Referaten und Elternabenden eingesetzt und sind auch auf www.8ig.tv zu sehen. Zusätzlich richten die Beamten ein besonderes Augenmerk auf das Verhalten der Autofahrer in der Nähe von Schulhäusern und Kindergärten. Kontrolliert werden vor allem die Geschwindigkeit und das Beachten des Vortritts.

Die Plakate der Sechzigerjahre

Bereits in den Sechzigerjahren warben Kinder in ähnliche Präventionskampagnen um Rücksicht auf Strassen. Allerdings wählte die Polizei damals viel drastischere Motive. Auf einem dieser Plakate ist ein überfahrener Junge zu sehen. Sein Körper liegt in einer bizarren Verrenkung unter dem Rad eines Lastwagens. Daneben liegt sein Velo mit gebrochenem Rahmen. «Muss das sein?», steht in orangen Lettern geschrieben. Es ist unklar, ob es sich dabei um ein tatsächliches Unfallbild oder eine gestellte Aufnahme handelt. Ihre Wirkung dürfte die aus heutiger Sicht unmenschlich wirkende Aktion nicht verfehlt haben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.08.2010, 14:56 Uhr

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