Deutsche bleiben zwei Jahre in Zürich

Noch vor 2015 wird Zürich über 400'000 Einwohner zählen. Die Bevölkerung wächst vor allem durch Zuwanderung. Deutsche verlassen die Stadt schneller als andere Ausländer, die sich eher einbürgern lassen.

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Die ausländische Bevölkerung ist in der Stadt Zürich anteilmässig nur leicht gewachsen, von 28 Prozent im Jahr 1995 auf heute 31 Prozent. Ihre Zusammensetzung hingegen hat sich deutlich verändert, wie eine Studie von Statistik Stadt Zürich zeigt, die gestern präsentiert worden ist.

117'000 Ausländerinnen und Ausländer wohnen heute in Zürich. Die mit Abstand grösste Gruppe stellen nicht mehr die Italiener, sondern die Deutschen (26 Prozent). Die Italiener liegen heute mit einem Anteil von nur noch 11 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Zuwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien und Portugal.

Die Deutschen

Wenn sie in die Schweiz kommen, sind viele jung, unverheiratet und kinderlos. Und deshalb, so wurde an der gestrigen Präsentation erklärt, fallen sie in der Stadt auch auf; sie sind arbeitstätig und gehen oft in den Ausgang. Die Deutschen wie auch die übrigen Zuwanderer aus Nord- und Westeuropa sind vielfach hoch qualifiziert und arbeiten vor allem in Büroberufen, in Wissenschaft, Technik und im Gesundheitswesen.

Viele gehen wieder zurück in ihr Heimatland, die Deutschen bleiben im Durchschnitt lediglich zwei Jahre in Zürich. Seit 2007, seit sie ihre Staatsbürgerschaft nicht mehr aufgeben müssen, wenn sie Schweizer werden, lassen sich mehr von ihnen einbürgern. Künftig dürften dies noch mehr Deutsche tun, weil immer mehr von ihnen die Mindestaufenthaltsdauer erfüllen.

Die Italiener und die Einwanderer aus dem Balkan.

Nur die Kroaten bleiben länger (acht Jahre) als die Italiener (sieben Jahre). Personen aus Serbien, Montenegro und Kosovo wohnen im Durchschnitt knapp sechs Jahre in Zürich. Wenn die Italiener aus der Ausländerstatistik verschwinden, dann meist, weil sie in ihr Heimatland zurückkehren. Die Personen aus dem Balkan hingegen lassen sich oft einbürgern.

Anders als die Deutschen, sind viele Einwanderer aus Südeuropa nicht hoch qualifiziert und arbeiten hauptsächlich in Industrie, Reinigung und Gastgewerbe. Auch wenn heute 44 Prozent der Ausländerinnen über einen Hochschulabschluss verfügen – im Jahr 2000 waren es erst 12 Prozent – kann noch immer fast jede dritte Ausländerin keine Ausbildung vorweisen.

Die anderen

Das sind die Einwanderer aus 157 Ländern, die zusammen die Hälfte der ausländischen Bevölkerung stellen. Die am stärksten wachsende Gruppe, die innert 15 Jahren um 249 Prozent zugelegt hat, sind die Inderinnen und Inder. Diese Zunahme entspricht aber lediglich 1385 Personen. In derselben Zeit wanderten 20 500 Deutsche ein. Die Inder arbeiten vor allem als Informatiker.

Mit Abstand am einbürgerungsfreudigsten sind die Sri Lanker: Jeder Fünfte von ihnen ist 2010 zum Schweizer geworden. 2006, als die Stadt die Gebühren durch eine meist tiefere Fallpauschale ersetzte, schnellte die Einbürgerungskurve nach oben. Über 5000 Personen bewarben sich erfolgreich um einen Schweizer Pass, sonst waren es 3000.

Bald 15 000 Personen mehr

Heute wohnen 385 000 Personen in der Stadt Zürich und dank der Zuwanderung wird die Bevölkerung noch vor 2015 die 400 000er-Grenze sprengen. Da sich nach Prognosen der Statistiker gleichzeitig mehr Personen einbürgern lassen, wird der Ausländeranteil von 30 auf 25 Prozent sinken.

Erstellt: 08.07.2011, 07:30 Uhr

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