Die «Leichen im Keller» sind jetzt preisgekrönt

Der Zürcher Journalistenpreis 2013 ging an drei Beiträge und ein Gesamtwerk. An der Preisverleihung im Kaufleuten in Zürich erhielten die Gewinner je 10'000 Franken.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Leichen im Keller des Professors» war der Artikel betitelt, mit dem der «Tages-Anzeiger»-Reporter Iwan Städler (45) den von der Uni Zürich unter Verschluss gehaltenen Bericht über Mängel im Medizinhistorischen Museum ans Licht brachte. Der Text brachte den Museumsleiter und SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli in schwere Bedrängnis. Die Affäre führte schliesslich zu seiner Entlassung, zu politischen Vorstössen und zu Rechtsstreitigkeiten, die noch nicht ausgestanden sind.

Gestern hat Reporter Städler für seine umfassende Recherche zum Medizinhistoriker Mörgeli im Kaufleuten den renommiertesten Preis erhalten, den Medienleute in der Schweiz bekommen können, den Zürcher Journalistenpreis. Jury-Präsident Fredy Gsteiger hob in seiner Laudatio Städlers Hartnäckigkeit hervor – und seine Geduld zu warten, bis die Geschichte «rund» war.

«Wohliger Voyeurismus»

Für sein Lebenswerk zeichnete die Stiftung Zürcher Journalistenpreis Köbi Gantenbein (56) aus, den Chefredaktor der von ihm mitgegründeten Architekturzeitschrift «Hochparterre». Der «Berufsbündner» und Soziologe Gantenbein überrasche seine Leser immer wieder mit drängenden Architektur- und Landschaftsfragen, sagte Laudatorin Margrit Sprecher. Zudem führe er die «Hochparterre»-Redaktion «vorbildlich kooperativ und engagiert».

Susi Stühlinger (28) ist Redaktorin der Wochenzeitung WOZ und AL-Kantonsrätin in Schaffhausen. Für ihren Artikel «Eine Million bitte» hatte sie «die Reichsten im Lande» per Formbrief um je eine Million Franken gebeten. Die Reaktionen wertete sie für ihren Beitrag aus. «Wohliger Voyeurismus» ist das Prädikat von Jurymitglied Alain Zucker für den Beitrag.

Rico Czerwinski (36) war in seinem Beitrag «Die Anomalie» für «Das Magazin» des TA einer unheimlichen Häufung von Unfällen bei den Zürcher Verkehrsbetrieben auf den Grund gegangen. Czerwinski habe die «Ressource Zeit» und die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für seinen Text hervorragend genutzt, sagte Juror Hansi Voigt.

Die vier geehrten Journalisten des Zürcher Journalistenpreises erhalten je 10'000 Franken Preisgeld.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.05.2013, 04:52 Uhr

Für sein Gesamtwerk ausgezeichnet: Köbi Gantenbein vom «Hochparterre». (Archivbild) (Bild: Keystone )

Artikel zum Thema

Sie macht das Kalb zum Star

Für ihre Artikel über Jungstier Leo erhielt Dagmar Appelt aus Buchberg den Zürcher Journalistenpreis. Nun hat sie die Geschichte des ausgebüxten Tieres weiterverarbeitet – zu einem Bilderbuch. Mehr...

Zürcher Journalistenpreise vergeben

Michael Meier ist für sein Gesamtwerk mit dem renommierten Zürcher Journalistenpreis 2011 geehrt worden. Der Fachjournalist für Religion und Gesellschaft schreibt seit bald 25 Jahren für den «Tages-Anzeiger». Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Ein Riecher für allerbeste Qualität

Wenn es darum geht, ausgezeichneten Kaffee herzustellen, wird bei Nespresso nichts dem Zufall überlassen.

Blogs

Sweet Home Versteckspiel mit dem TV

Tingler Immer schöner

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Ungewisse Zukunft: Seit Tagen harren auf einem Rettungsschiff 629 Flüchtlinge aus. Spanien hat sich nun bereit erklärt, das Schiff im Hafen von Valencia anlegen zu lassen, nachdem Italien die Einfahrt in seine Häfen verweigert hatte. (16. Juni 2018)
(Bild: Karpov/SOS Mediterranee/handout ) Mehr...