Die Rechte hat bei den Frauen aufgeholt

Noch nie sind in Zürich so viele Frauen ins Parlament gewählt worden. Diesmal aber nicht dank der Linken und Grünen.

Obwohl die Frauen bei der SVP zulegten, bleibt ihr Anteil dort mit gut 20 Prozent der geringste der grösseren Parteien.

Obwohl die Frauen bei der SVP zulegten, bleibt ihr Anteil dort mit gut 20 Prozent der geringste der grösseren Parteien. Bild: Keystone

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Für weibliche Kandidatinnen war der gestrige Wahlsonntag ein erfolgreicher Tag. Nicht nur, was die Zürcher Regierung angeht, sondern auch mit Blick auf das Parlament. 61 Frauen sind in den 180 Sitze umfassenden Kantonsrat gewählt worden, so viele wie noch nie. Weil allerdings auch die neu gewählte Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) dazugehört, für die voraussichtlich ein Mann nachrückt, werden es im Endeffekt wohl 60 Frauen sein.

Das sind zwar genau gleich viele wie vor vier Jahren, und doch hat sich einiges verändert. Während die bürgerlichen Parteien bislang nur etwa ein Drittel aller Parlamentarierinnen stellten, ist es nun die Hälfte. Bei der FDP, der grossen Wahlsiegerin, kommt der Zuwachs (+4 Frauen) weniger überraschend als bei der SVP (+3), wo er zulasten der Männer geht. Allerdings bleibt der Frauenanteil bei der Volkspartei mit gut 20 Prozent trotzdem der geringste der grösseren Parteien.

Auf der anderen Ratsseite macht sich die Wahlniederlage der Grünliberalen (–3) und insbesondere der Grünen (–4) bemerkbar, der Partei mit der traditionell höchsten Frauenquote.

Hausfrauen verschwinden

Auch was das Berufliche angeht, verändert sich etwas: Die Gruppe der Hausfrauen ist fast ganz verschwunden. Nur noch zwei Kantonsrätinnen geben als Beruf ihre Familie an. Ähnlich sieht es bei den Lehrerinnen und Lehrern aus. Wurden vor vier Jahren noch deren neun gewählt, sind es dieses Jahr nur noch fünf. Die dominantesten Berufsgruppen sind nach wie vor die Unternehmer mit 21 Parlamentariern und die Juristen mit 18.

Was das Alter angeht, verdiente sich die SP in der Wahl von 2011 den Jugendförderungspreis mit gleich drei Parlamentariern unter 25 Jahren. Dieses Jahr geht der Preis an die SVP, die den einzigen Gewählten aus dieser Alterskategorie in ihren Reihen weiss: den 23-jährigen Benjamin Fischer aus Volketswil. Dafür hat die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen leicht zugelegt, von 11 auf 15 Vertreter.

Junge und Alte sind Randerscheinungen

Unter dem Strich bleiben Teens und Twens im Kantonsrat genauso Randerscheinungen wie Parlamentarier jenseits der 65. Auf die Weisheit des Alters setzte bisher ausschliesslich die SVP mit drei Vertretern. Sie stellt zwar mit dem 70-jährigen Hansruedi Bär weiterhin das älteste Ratsmitglied. Neu sind aber auch die EVP dank Johannes Zollinger und die Grünen mit Max Homberger Teil dieses Vereins.

Die Gruppe der 35- bis 64-Jährigen dominiert weiterhin. Sie belegt neun von zehn Sitzen. Gemessen an der Gesamtbevölkerung des Kantons, wo sie nur gut 40 Prozent ausmacht, ist sie damit klar übervertreten.

(hub/sda)

Erstellt: 13.04.2015, 17:01 Uhr

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