«Die SVP schadet sich primär selber»

Der Präsident der Zürcher FDP, Hans-Jakob Boesch, kontert eine Attacke des SVP-Präsidenten Patrick Walder. Boesch sieht schwarz für die SVP.

FDP-Präsident Hans-Jakob Boesch kontert die Attacke des neuen SVP-Präsidenten Patrick Walder.

FDP-Präsident Hans-Jakob Boesch kontert die Attacke des neuen SVP-Präsidenten Patrick Walder. Bild: Thomas Egli

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Der neue SVP-Präsident Patrick Walder hat die Freisinnigen am Dienstag vor den Delegierten als «Feinde der SVP» bezeichnet. Was sagen Sie zu diesem Frontalangriff?
Er ist weder überraschend noch neu. Schon bei den Regierungsratswahlen im März hat uns die SVP angegriffen, und die Ständeratskandidatur von Roger Köppel richtet sich gegen unseren Ständerat Ruedi Noser.

Eine solche Attacke von der engsten politischen Verbündeten kann Sie nicht kalt lassen.
Doch, das lässt uns kalt. Wir sind gut aufgestellt, politisieren klar liberal und sind selbstbewusst. Das passt den Rechtskonservativen offensichtlich nicht. Mit dieser Attacke lenkt die SVP vor allem von ihren eigenen Problemen ab. Sie ist personell und programmatisch schlecht aufgestellt.

Welches Personal genügt bei der SVP nicht, und wo sehen Sie die programmatischen Probleme?
Die Haurückübung, mit der die SVP ihren Präsidenten abgesetzt und durch einen neuen ersetzt hat, sagt alles über den Zustand der Partei. Programmatisch ist die SVP stehen geblieben und beschränkt sich nur auf ihre Themen Ausländer und Europa. Das sind Themen, zu denen sich das Volk schon x-mal geäussert hat. Das langweilt auch die SVP-Wähler. Zu anderen aktuellen Fragen hat die SVP nichts zu sagen. Bei der Klimadebatte im Kantonsrat hat man aus der SVP eine Kakofonie an Meinungen gehört, die keine Linie erkennen liess. Dies sorgt bei der SVP auch intern immer mehr für Missmut.

Welche Folgen erwarten Sie, wenn die SVP die Freisinnigen als Feinde bezeichnet?
Die SVP ist zwar zahlenmässig noch die stärkste Partei. Doch mit dem Angriff auf uns schwächt sie sich primär selber und isoliert sich weiter. Die Weiterentwicklung der Schweiz wird wohl ohne die SVP stattfinden.

Das heisst, die FDP des Kantons Zürich wird mit der SVP keine Listenverbindung eingehen?
Wir haben uns schon im vergangenen Jahr entschieden, einen eigenständigen Wahlkampf zu machen. Daran halten wir jetzt erst recht fest. Der Parteivorstand empfiehlt den Delegierten, nur mit den Jungfreisinnigen eine Listenverbindung einzugehen.

Welche Folgen wird das Auseinanderfallen der bürgerlichen Freundschaft für die FDP haben?
Freundschaft ist das falsche Wort. Wir haben pragmatisch und durchaus erfolgreich zusammengearbeitet. Sollte dies nun tatsächlich nicht mehr möglich sein, werden wir Mehrheiten für unsere Anliegen mit anderen Partnern zu finden suchen. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 30.05.2019, 14:41 Uhr

Hans-Jakob Boesch

Hans-Jakob Boesch ist 40-jährig und seit drei Jahren Präsident der FDP des Kantons Zürich. Im März ist er ganz knapp aus dem Kantonsrat gewählt worden. (Bild: Thomas Egli)

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