«Die Schweiz hat kein Freundlichkeitsproblem»

Schadet der Vorfall mit Oprah Winfrey in Zürichs Tom-Ford-Boutique dem Image der Schweiz? Für die Fachleute gibt es in dieser Situation nur eines zu tun.

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US-Talkshow-Legende Oprah Winfrey wurde in der Tom-Ford-Boutique in Zürich von einer Verkäuferin abweisend behandelt, wie sie in einem Interview mit Larry King bekannt gab. Winfrey stellte den Vorfall darin in Zusammenhang mit Rassismus. Dies hatte weltweit empörte Medienberichte zur Folge. Schweiz Tourismus reagierte auf Twitter: «Wir toben vor Wut, diese Person handelte völlig falsch. Es tut uns leid, dass dies Oprah passierte.»

Für Daniela Bär, Kommunikationschefin von Schweiz Tourismus, ist klar: «Das ist ein sehr unglücklicher Vorfall, der kurzfristig sicher Auswirkungen auf das Image der Schweiz hat.» So sei man weltweit mit einer Negativschlagzeile in den Medien, die derzeit grosse Wellen schlage. Nicht zuletzt wegen der Berühmtheit Winfreys.

«Entschuldigung immer angezeigt»

Auch bei Zürich Tourismus zeigt man sich enttäuscht, wie Kommunikationsleiter Christian Trottmann erklärt: «Wir bedauern diesen Vorfall selbstverständlich. Unsere Stadt ist bekannt als World Class Swiss Made. Vorfälle, wie dieser mit Frau Winfrey, sind natürlich nicht förderlich für dieses Image.» Allerdings könne man nicht abschätzen, inwiefern der Vorfall das Image bei US-amerikanischen Touristen tangiere. Bis anhin stünde Zürich bei ihnen hoch im Kurs: «Auch im ersten Semester wuchs die Anzahl Logiernächte der US-Amerikaner erneut.»

Für Schweiz-Tourismus-Sprecherin Bär gibt es in dieser Situation nur eins: «Man muss sich für den Vorfall uneingeschränkt entschuldigen und den Fehler eingestehen.» Schweiz Tourismus habe deshalb auch den Tweet abgesetzt. «Wir hatten dazu viele Anfragen über unsere Social-Media-Kanäle und sehen es als unsere Pflicht, Stellung zu beziehen.» Eine Entschuldigung sei immer angezeigt, wenn sich ein Tourist schlecht bedient fühle. «Es ist wichtig, dass dieser die Schweiz mit einem positiven Eindruck der angebotenen Dienstleistungen verlässt.»

«Ereignisse lösen sich in den Medien schnell ab»

Neben der Entschuldigung sieht Bär aber keine Notwendigkeit, eine Kampagne wegen des Vorfalls zu starten. «Die Schweiz hat grundsätzlich kein Freundlichkeitsproblem.» Dies zeigten Gästebefragungen, die alle drei Jahre umfassend durchgeführt würden. «Einzelfälle gibt es aber immer, und hier muss man sich entschuldigen.»

Langfristig, so Bär, glaube sie aber an keinen nachhaltigen Imageschaden für das Tourismusland Schweiz: «Ereignisse lösen sich in den Medien schnell ab. International werden die Schweiz und Zürich allgemein als freundlich, schmuck und schön wahrgenommen. Aber der Vorfall hilft uns dabei sicher nicht.»

Ähnlich sieht man dies laut Trottmann in Zürich: «Wir von Zürich Tourismus werden da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wir vermarkten unsere Destination im In- und Ausland mit all ihren vielseitigen Vorzügen für Touristen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.08.2013, 13:24 Uhr

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Superstar Oprah Winfrey

Superstar Oprah Winfrey Die ehemalige US-Talkmasterin Oprah Winfrey gehört zu den ganz Grossen der amerikanischen Fernsehindustrie. 2006 hatte ihre wöchentliche Sendung, «The Oprah Winfrey Show», 21 Millionen Zuschauer in 105 Ländern.

«Wir bedauern diesen Vorfall selbstverständlich»:
Kommunikationsleiter Christian Trottmann von Zürich Tourismus zeigt sich enttäuscht.

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