Die Top Ten der Radarfallen

Ein mobiler Radar brachte 70'000 Franken ein – an einem Tag. Ein anderer Blitzer spülte 15'000 Franken in die Kantonskasse. Das Ranking.

Wahre Goldgruben: Mehrere 10'000 Franken Bussengeld pro Tag sind möglich. Foto: Alessandro Della Bella / Keystone

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Sie fallen oft erst auf, wenn es zu spät ist. Radarfallen. Täglich blitzen sie im Dienste der Verkehrssicherheit Schnellfahrer und können so im Kanton Zürich an einem Tag bis zu 69'520 Franken generieren. Das geht aus der Antwort des Zürcher Regierungsrats auf eine Anfrage zweier Kantonsräte hervor.

Die Liste mit den Einnahmen der mobilen Geschwindigkeitskontrollen im Kanton Zürich an drei Stichtagen ist zwar nicht repräsentativ – trotzdem zeigt sie, was möglich ist. Am 17. April 2014 kontrollierte die Kantonspolizei Zürich mit zehn mobilen Radarfallen Autofahrer an unterschiedlichen Orten im Kanton und erwirtschaftete Einnahmen von insgesamt 88'230 Franken. Der fleissigste Blechpolizist stand auf der A 53 in Volketswil. Er entpuppt sich mit 69'520 Franken als wahre Goldgrube. In Hittnau wurden ebenfalls einige Autolenker gebüsst, als am 16. August 2014 innerorts an einem Tag 14'710 Franken zusammenkamen.


Die Top Ten

Die Rangliste zeigt die zehn rentabelsten, mobilen Radarfallen im Kanton Zürich an den drei Stichtagen:

1. Volketswil, Autobahn: 69'520 Franken
2. Hittnau, Pfäffikerstrasse: 14'710 Franken
3. Egg, Meilenerstrasse: 8080 Franken
4. Illnau, Kempttalstrasse: 5280 Franken
5. Bauma, Gublenstrasse: 4810 Franken
6. Dietikon, Überlandstrasse: 2480 Franken
7. Adliswil, Albisstrasse: 1990 Franken
8. Binz, Zollikonstrasse: 1780 Franken
9. Dübendorf, Überlandstrasse: 1210 Franken
10. Neftenbach, Schaffhauserstrasse: 1160 Franken


Während der drei Stichtage spülten die 18 mobilen Anlagen 114'730 Franken Bussgeld in die Kantonskasse. Pro Blechpolizist sind das durchschnittlich mehr als 6000 Franken. Der auffällig hohe Betrag auf der A53 in Volketswil sei ein Zufall und habe auch mit der höheren Frequenz zu tun, erklärt die Kantonspolizei auf Anfrage. Zudem können höhere Bussen ins Gewicht fallen.

Wie hoch die Busseneinnahmen der Temposünder pro Jahr sind, wird nicht separat erfasst. Die jährlichen Einnahmen von 24,5 Millionen Franken beinhalten sämtliche Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz.

Flexibilität ist wichtig

Auch in Zukunft setzt die Kantonspolizei auf Mobilität bei Geschwindigkeitskontrollen. Anstelle der festinstallierten Anlagen werden vermehrt halbstationäre eingesetzt. Ihre Anzahl erhöht sich im Jahr 2015 von acht auf zwölf. Dafür sind ab nächstem Jahr nur noch drei stationäre Radarfallen statt der heutigen 13 im Einsatz: Eine am Hegnauer S, eine beim Brüttiseller Kreuz in Richtung Zürich und eine vor dem Gubrist in Fahrtrichtung Bern.

Die mobilen Kontrollen und halbstationären Anlagen werden immer wichtiger, weil sie es erlauben «rascher und flexibler auf sicherheitsrelevante Entwicklungen und Anliegen von Behörden und Gemeinden zu reagieren», heisst es im Schreiben des Regierungsrats. Die Kantonspolizei kann dadurch dort Geschwindigkeitskontrollen durchführen, wo sich Unfälle häufen oder sie zunehmendes Fehlverhalten feststellt.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.11.2014, 14:19 Uhr

Keine Abschnittstempokontrollen

Im Kanton Zürich werden vorläufig keine Abschnittsgeschwindigkeitskontrollen (AGK) durchgeführt.

AGK überwachen das Tempo nicht an einem einzelnen Punkt, wie die herkömmlichen Radaranlagen, sondern messen die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längeren Abschnitt. Die Anlage erfasst die Fahrzeuge bei der Ein- und Ausfahrt und berechnet in kürzester Zeit das Tempo – geblitzt wird danach.

Der Pilotversuch im Kanton Zürich sei nicht sinnvoll, schreibt der Regierungsrat in einer am Donnerstag publizierten Antwort auf eine Anfrage der SVP im Kantonsrat. Als Gründe dafür nennt er etwa die starken Verkehrsfrequenzen, die intensive Bautätigkeit oder die sich kurzzeitig ändernden Geschwindigkeitssignalisationen.

Versuche mit der AGK auf der Autobahn A 9 zwischen Aigle und Bex VD und im Arisdorftunnel im Baselbiet hatte das Bundesamt für Strassen (Astra) 2012 positiv beurteilt. Allerdings habe dieses nur das Geschwindigkeitsverhalten und die Unfälle beurteilt, schreibt der Regierungsrat.

Nicht geäussert habe es sich hingegen zu den Voraussetzungen, die an die zu überwachenden Streckenabschnitte zu stellen seien. Auch habe das Astra bis anhin noch keinen Entscheid zu einem weiteren punktuellen oder flächendeckenden Einsatz von AGK gefällt. (SDA)

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