Die Überreste von vier Tagen Party

Das Zürich Openair ist zu Ende – doch die Zelte der Besucher liegen noch immer auf dem Gelände.

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Am Sonntagabend, 1. September endete das diesjährige Zürich Openair mit einem Konzert der deutschen Punkband Die Ärzte, die ab 19 Uhr dem Publikum einheizten. Um 22 Uhr war dann endgültig Schluss. Dann ging auch der Campingplatz zu.

Mag sein, dass einige Besucher ihr Zelt nach vier Tagen Party nicht mehr gefunden haben. Möglich auch, dass der eine oder andere zu erschöpft war, um seinen Schlafplatz noch aufzuräumen. Am Montagmorgen waren jedenfalls noch immer über hundert Iglu- und Pagodenzelte auf dem Areal zu sehen. Die meisten zerschlissen und umgetrampelt. Dazwischen stehen und liegen noch unzählige Klappstühle, Gummimatten, PET-Flaschen, Aludosen und sonstiger Müll.

Zelte spenden für gute Zwecke

Solche Bilder wiederholen sich in diesem Festivalsommer. Auch nach den Openairs Frauenfeld und St. Gallen bot sich ein ähnliches Szenario. So war das Sittertobel mit rund 500 Zelten gepflastert, als die letzten Konzertbesucher das Gelände bereits längst verlassen hatten. Dort hat man die noch brauchbaren Hinterlassenschaften der Festivalbesucher gereinigt, verpackt und einem guten Zweck zugeführt.

Was mit den liegen gebliebenen Zelten in Zürich geschehen soll, ist derzeit noch unklar. «Das wird erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden», sagt Claudia Wintsch, Pressesprecherin des Zürich Openairs, auf Anfrage. «Wir garantieren aber jetzt schon, dass wir den Platz so zurückgeben werden, wie wir ihn vorgefunden haben.»

70'000 Besucher an einem friedlichen Fest

Trotz der Müllberge, die von den Besuchern hinterlassen wurden, zieht das Organisationskomitee des Openairs eine durchwegs positive Bilanz der vergangenen Tage. Die Stimmung sei friedvoll und ausgelassen gewesen, die neu angeordneten Bühnenaufbauten hätten sich bewährt und mit knapp 70'000 Besuchern sei das Zürich Openair 2013 auch in kommerzieller Hinsicht ein voller Erfolg, heisst es in einer Medienmitteilung.

Auch das Fazit der Kantonspolizei fällt positiv aus. Die intensive Vorbereitung, aber auch die gute Zusammenarbeit während des Anlasses hätten sich bewährt und zu einem reibungslosen Ablauf des Grossanlasses geführt, teilt die Kapo am Sonntagabend mit.

28 Diebstähle, 9 Lärmklagen und 650 Wespenstiche

Nichtsdestotrotz kam es auch in diesem Jahr zu einigen Verhaftungen und mehreren Diebstählen. Insgesamt meldeten die Konzertbesucher der Kantonspolizei Zürich vor Ort 28 Fälle von gestohlenen Portemonnaies und Mobiltelefonen – im Vorjahr waren es noch 58. Auch die Zahl der Lärmklagen ging im Vorjahresvergleich zurück: In diesem Jahr kam es zu neun Klagen, im vergangenen Jahr waren es deren 14.

Zu schaffen machten den Festivalbesuchern die zahlreichen Wespen. Während des viertägigen Anlasses mussten die Sanitäter rund 650 Stiche behandeln, wie ein Arzt gegenüber der Pendlerzeitung «20 Minuten» sagte. Positiv bewerteten die Veranstalter hingegen die «geringe Zahl von Drogenmissbrauch mit ernsteren Folgen»: Lediglich sechs Patienten mussten zur Weiterbehandlung in eines der umliegenden Spitäler überführt werden.

Erstellt: 02.09.2013, 13:15 Uhr

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